15.07.12

Astro-Phänomen

Sonnensturm erreicht die Erde: Bisher kein Schaden

Ein Sonnensturm hat die Erde erreicht - aber zumindest vorerst keine nennenswerten Schäden angerichtet. Entwarnung gibt es aber nicht.

Foto: picture alliance / landov/NASA
SOLAR STORM RELEASES PLASMA
Ein Sonnesturm trifft auf die Erde

Darmstadt/Washington. Glimpflich davongekommen: Ein Sonnensturm hat die Erde erreicht – aber zumindest vorerst keine nennenswerten Schäden angerichtet. Bis zum frühen Sonntagmorgen MESZ gab es keine Berichte über beschädigte Satelliten oder ausgefallene Handy- und Funkverbindungen.

+++ Sonnenstürme - Gefahr für die technisierte Gesellschaft +++

Die Hauptfront des Sturms, der am Donnerstag auf der Sonne ausgebrochen war, traf nach Angaben von US-Astronomen am Samstagabend (MESZ) die Erdatmosphäre. "Geringe geomagnetische Sturmaktivitäten treten jetzt auf", teilten Experten vom Nationalen Meteorogischen Institut (NOAA) mit.

Der Sturm habe die Stärke eins der bis fünf reichenden Skala. Allerdings gaben die Astronomen keine Entwarnung: Die Aktiväten könnten sich im Laufe des Wochenendes steigern und die Stärke zwei erreichen. Satelliten wurden durch das kosmische Ereignis nicht beschädigt, sagte Juha-Pekka Luntama von der europäischen Weltraumagentur Esa. "Es war kein sehr starkes Ereignis", fügte er hinzu.

Starke Sonnenstürme können Stromnetze und Handy-Verbindungen sowie den Funkverkehr für Flugzeuge stören. Sie werden häufig von Polarleuchten begleitet. Die Sonnenaktivität schwankt im Rhythmus von etwa elf Jahren und nimmt seit 2010 wieder zu.

(abendblatt.de/dpa)

Zahl der Sonnenstürme steigt derzeit an
Unsere Sonne schwankt im Rhythmus von etwa elf Jahren zwischen ruhigen und besonders aktiven Phasen mit vielen Sonnenflecken, Gasausbrüchen und Strahlungsstürmen.
Grund für die Aktivitätsschwankungen ist der Rhythmus des Gastransports in den Außenschichten der Sonne. Seit 2010 steigt die Aktivität der Sonne wieder an.
Während einer aktiven Phase treten vermehrt Sonnenflecken auf. Die damit verbundenen starken Magnetfelder können große Gaswolken aus den Außenschichten der Sonne ins All schleudern.
Diese sind elektrisch geladen und stören daher das Erdmagnetfeld, wenn sie die Erde kreuzen. Der resultierende geomagnetische Sturm kann unterschiedlich stark ausfallen: Meist bleibt er unbemerkt, schwere Stürme können jedoch Satelliten, elektrische Anlagen und Funkverbindungen stören oder sogar beschädigen.
Für Menschen auf dem Erdboden ist das Phänomen nicht gefährlich. Für Passagiere in Langstreckenflügen kann sich in Extremfällen eine erhöhte Strahlenbelastung ergeben.
Ein besonders starker Sonnensturm hatte etwa am 1. und 2. September 1859 die gerade eingeführten Telegrafenleitungen lahmgelegt und Polarlichter erzeugt, die noch in Rom und Havanna sichtbar waren.
Quelle: dpa
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