11.07.12

Forschung

Schwanzwedeln schützt Erdhörnchen vor Klapperschlangen

Mit wildem Schwanzwedeln signalisieren Erdhörnchen lauernden Klapperschlangen ihre Wachsamkeit - und bringen sie so von einem Angriff ab.

Foto: pa
Erdhörnchen (l.) sind mutig. Im Angesicht von Klapperschlangen schaffen sie es, mit wildem Schwanzwedeln ihre Freinde zu vertreiben
Erdhörnchen (l.) sind mutig. Im Angesicht von Klapperschlangen schaffen sie es, mit wildem Schwanzwedeln ihre Freinde zu vertreiben

London. Mutige kleine Hörchnen! Mit wildem Schwanzwedeln signalisieren Kalifornische Erdhörnchen lauernden Klapperschlangen ihre Wachsamkeit - und bringen sie so von einem Angriff ab. Erstaunlich nahe trauen sich die Erdhörnchen mitunter an Klapperschlangen heran. Ihr Schwanz wippt dabei aufgeregt hin und her. Der Schlange wird so signalisiert: Du hast keine Chance, versuch's gar nicht erst. Vor allem alte Hörnchen seien Profis darin, haben Forscher entdeckt. Insbesondere ältere Erdhörnchen warnen mit dem Gewedel Artgenossen und bringen Schlangen dazu, ihre Lauerstellung aufzugeben, berichten US-Forscher in den "Proceedings B" der britischen Royal Society.

+++ Schwanzwedeln schützt Erdhörnchen vor Schlangen +++

Wie Matthew Barbour und Rulon Clark von der San Diego State University (US-Staat Kalifornien) beobachteten, wedeln die Erdhörnchen aber nicht nur im Angesicht einer Klapperschlange mit dem Schwanz. Die Tiere zeigen das Verhalten häufig auch in offenbar harmlosen Situationen – aber zu bestimmten Tageszeiten und an Orten, an denen Angriffe wahrscheinlich sind. Sie bereiten dadurch Jungtiere auf mögliche Gefahren vor, vermuten die Forscher.

Zudem gäben die Tiere unentdeckt lauernden Schlangen so zu verstehen, dass sie aufmerksam sind und ein Angriff geringe Erfolgsaussichten hätte. Barbour und Clark stellten fest, dass es den Tieren mit dem Schwanzwedeln in der Mehrzahl der Begegnungen gelingt, einen Angriff abzuwenden oder die Schlange zu verscheuchen. Entscheidende Faktoren für den Erfolg sind dabei das Alter des Hörnchens und die Entfernung zur Schlange.

Im Mittelpunkt der Untersuchung standen die Erdhörnchenart Otospermophilus beecheyi und die Pazifik-Klapperschlange (Crotalus oreganus oreganus). Die Biologen filmten die Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum in Kalifornien. Um den Tieren folgen und ihr Jagdverhalten dokumentieren zu können, versahen sie die Schlangen mit Wärmesensoren.

Frühere Studien hatten ergeben, dass die Erdhörnchen bei Begegnungen mit den wärmesensiblen Klapperschlangenarten ihren Schwanz aufheizen können. Die Schlange versteht die Wärme demnach als Zeichen von Aggressivität.

Mit Material von dpa

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