31.05.12

Weltraum

Äußere Milchstraße ist etwa 11,4 Milliarden Jahre alt

Das Alter des sogenannten innere Halos unserer Galaxis wurde anhand weißer Zwergsterne, also ausgebrannter Sonnen, ermittelt.

Foto: picture alliance / dpa/European Southern Observatory
Sonnen und Planeten unserer Milchstraße - das Alter der äußeren Milchstraße wurde nun genau bestimmt
Sonnen und Planeten unserer Milchstraße - das Alter der äußeren Milchstraße wurde nun genau bestimmt

London. Manchen sieht man ihr Alter nicht sofort an. So zum Beispiel der äußeren Milchstraße. Mit einer neuen Analyse wurde es nun genau bestimmt. Der sogenannte innere Halo unserer Galaxis ist demnach etwa 11,4 Milliarden Jahre alt. Das schließt Jason Kalirai vom Space Telescope Science Institute in Baltimore (USA) aus der Untersuchung Weißer Zwergsterne, wie er im britischen Fachjournal "Nature" erläutert. Als galaktischen Halo bezeichnen Astronomen die Ansammlung von Sternen und Kugelsternhaufen, die wie eine gigantische Kugel um die flache galaktischen Scheibe unserer Galaxie verteilt sind. Die ältesten bekannten Objekte der Milchstraße sind Kugelsternhaufen im Halo, die etwa 13,5 Milliarden Jahre alt sind und damit kaum jünger als das 13,7 Milliarden Jahre alte Universum selbst.

Astronomen gehen davon aus, dass sich der Halo der Milchstraße in einen inneren und einen äußeren Teil trennt. Der innere ist vermutlich durch das Verschmelzen relativ massereicher Galaxienfragmente im jungen Kosmos entstanden. Der äußere Halo geht nach gegenwärtigen Vorstellungen auf die noch frühere Verschmelzung massearmer Galaxienvorläufer zurück.

+++In der Milchstraße gibt es mehr Planeten als Sterne+++

+++Peterchen fährt im Mondmobil über die Milchstraße+++

Kalirai hatte eine neue Methode entwickelt, um das Alter neu entstandener Weißer Zwergsterne zu bestimmen. Weiße Zwerge sind ausgebrannte Sonnen, die zu leicht sind, um als Supernova-Explosion zu enden. Stattdessen stoßen sie ihre äußere Hülle ab, und der Kern stürzt in sich zusammen. Weiße Zwerge leuchten vor allem durch die Hitze, die beim Zusammenballen entsteht, und glühen dadurch über Jahrmilliarden langsam aus.

Anhand des gut untersuchten, 12,5 Milliarden Jahre alten Kugelsternhaufens Messier 4 hatte Kalirai das Alter der Vorläufersterne frisch entstandener Weißer Zwerge gemessen. Mit diesen Daten untersuchte er vier relativ frische Weiße Zwerge aus dem inneren Halo und bestimmte ihr Alter auf 11,4 Milliarden Jahre, mit einer Unsicherheit von 0,7 Milliarden Jahren. Das lege nahe, dass diese Sternpopulation erst nach den Kugelsternhaufen entstanden sei, schreibt Kalirai. Von künftigen Beobachtungen mit Hilfe seiner Methode erhofft der Forscher genaueren Einblick in die Entstehungsgeschichte unserer Heimatgalaxie.

Planetarium Hamburg
Planetarium - Hamburgs kosmisches Schauspielhaus:
Das Planetarium Hamburg gehört zu den traditionsreichsten Sterntheatern weltweit. Seit 1930 ist der Winterhuder Wasserturm im Stadtpark der Ort für Entdeckungsreisen durch unseren Weltraum.
Die weltweit modernste Indoor-Laseranlage ermöglicht Multimedia-Shows von Pop bis Klassik, die Sternenkuppel wird mit Hilfe von 15.300 LED's beleuchtet.
Jedes Jahr besuchen mehr als 30.000 Menschen das "kosmische Schauspielhaus". 257 Personen finden unter der Sternenkuppel mit einem Durchmesser von 20,6 Metern Platz.
Vom 22. bis 30. April feiert das Planetarium Hamburg seinen 80.Geburtstag - gemeinsam mit dem Weltraumteleskop Hubble, das dann seit 20 Jahren um die Erde kreist.
Das Themenspektrum der Vorstellungen reicht von "Wie entstand die Erde?" über "Gibt es Schwarze Löcher?" bis zu " Warum ist es im All dunkel?".
Jeden Monat geht ein neuer Podcast des Planetariums auf abendblatt.de online. Eine Sternführung, die auf dem iPod jede sternenklare Nacht zur privaten Himmelserkundung macht.
Von der Aussichtsterasse des Wasserturms kann der Besucher Hamburg von oben betrachten - ganz ohne Hilfe der Technik.
Karten können an der Planteriumskasse Mo und Di von 9:00-17:00 Uhr, Mi und Do von 9:00-21:00 Uhr, Fr 9:00 - 21.30 Uhr, Sa 12-21.30 Uhr und So 10:00-20:00 Uhr erstanden werden.
Quelle: Planetarium Hamburg
(dpa)
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