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Wissen

Forschung

Das Leben kam aus den Tiefen der Erde

Der Ursprung allen Lebens wurde bisher im Meer vermutet. Forscher fanden heraus, dass Dämpfe aus dem Erdboden fruchtbare Tümpel erschufen.

Der Ursprung des Lebens: Kam er aus Tümpeln an Land und nicht, wie bisher angenommen, aus dem Meer?
Foto: picture alliance / ZB/dpa-Zentralbild

Osnabrück. Schon im Biologie-Unterricht an der Schule lernt man: Das erste Leben entstand in der "Ursuppe" der Meere. Laut einem Forschungsbericht muss diese gängige Theorie vielleicht revidiert werden. Das Leben auf der Erde ist einer Studie zufolge durch Dämpfe entstanden, die aus den Tiefen der Erde aufgestiegen sind. Das Wasser habe sich in kleinen Becken gesammelt und so ideale Bedingungen für das erste Leben geschaffen, schreiben der Biophysiker Armen Mulkidjanian von der Universität Osnabrück und seine Kollegen in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften (PNAS). Bislang hatten viele Forscher angenommen, das Leben sei im Meerwasser entstanden.

Mulkidjanian analysierte zusammen mit Forschern aus den USA und Russland den möglichen Stoffwechsel und insbesondere die Ernährung der ersten Zellen. Diese benötigten demnach relativ hohe Konzentrationen an Zink, Mangan und Phosphor sowie eine hohes Verhältnis von Kalium zu Natrium. Das Wasser in solchen Urzeit-Brutstätten müsste nach Forscherangaben daher dem in geothermischen Quellen geglichen haben, wie sie heute etwa im Yellowstone-Nationalpark zu finden sind.

Das Team untersuchte etwa 60 Gene, die heute in allen zellulären Organismen vorkommen. „Diese Gene sind auch bei dem gemeinsamen Vorfahren aller zellulären Organismen vorhanden“, betonte Mulkidjanian. Anhand der Gene konnten die Forscher einige Proteine dieser Urzelle bestimmen – insbesondere die Schleusenproteine in der Außenschicht, und daraus wiederum auf den Stoffwechsel der frühen Zellen vor etwa vier Milliarden Jahren schließen.

+++Entstand das Leben zuerst an Land?+++

+++Kontinentalverschiebung: Und sie bewegen sich doch+++

„Wir haben geguckt, wie die von den Genen codierten Proteine mit anorganischen Stoffen interagieren – das hat bis jetzt noch keiner gemacht“, sagt Mulkidjanian, der nicht nur in Osnabrück, sondern auch an einer Moskauer Universität arbeitet.

Die Erde sei damals ein vulkanreicher Planet gewesen, und die Atmosphäre habe derjenigen geähnelt, die heute noch auf der Venus oder dem Mars herrsche. Unter diesen Bedingungen seien dank vulkanischer Prozesse damals Dämpfe und Gase aus dem Erdinnern an die Oberfläche gelangt, die beim Abkühlen urzeitliche Teiche und Tümpel bildeten. Den Anstoß für die Entstehung lebender Zellen könnten in dieser Umgebung Mineralien gegeben haben, die wie Katalysatoren wirkten.

(dpa)

 

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