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Vega-Rakete bereit für Jungfernflug

Die "Baby-Ariane" wurde für kleine Lasten gebaut. Heute soll sie zu ihrer ersten Mission starten

Paris/Kourou. Premiere für den Nachwuchs von Europas Raketenfamilie: Heute soll die kleine Vega vom Weltraumbahnhof Kourou zu ihrem Jungfernflug starten. Die "Baby-Ariane" wurde für kleine Lasten gebaut, sie soll bei ihrer ersten Mission neun Satelliten ins All bringen.

Die Aufregung vor der Premiere ist groß. Rund neun Jahre lang haben Ingenieure an der Entwicklung der neuen Trägerrakete gearbeitet. Die Programmkosten werden mit 710 Millionen Euro angegeben. Nicht eingeschlossen sind Investitionen der Industrie in Höhe von weiteren 76 Millionen Euro. Dennoch soll die Vega auf dem mittlerweile umkämpften Markt vor allem mit ihrem Preis punkten. "Viel Rakete für wenig Geld", lautet das Motto. Um die Kosten so niedrig wie möglich zu halten, haben sich die Raketenbauer bei ihrer Arbeit an bereits vorhandenen Technologien orientiert. Bei der Entwicklung des Feststoffantriebs standen etwa die riesigen Booster der schwersten und leistungsfähigsten europäischen Rakete Ariane 5 Pate.

Neben den Ingenieuren der Europäischen Weltraumbehörde Esa werden beim Start heute vor allem europäische Wissenschaftler zittern, denn die neun Satelliten an Bord wurden allesamt von Universitäten gebaut. Der größte Satellit namens Lares soll die "mitwirbelnde Raumzeit" erforschen. Dieses auch Lense-Thirring-Effekt genannte Phänomen ergibt sich aus Albert Einsteins Relativitätstheorie.

Als eine der wenigen großen europäischen Raumfahrtnationen ist Deutschland nicht an dem Vega-Programm beteiligt. "Der Kompetenzschwerpunkt der deutschen Industrie liegt auf Flüssigkeitsantrieben", sagte Andreas Schütz, Sprecher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt. Deswegen habe die Regierung keine Notwendigkeit gesehen mitzumachen. In Zukunft sei eine Beteiligung aber nicht ausgeschlossen.(dpa)

 

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