Wasservögel finden im vereisten Wattenmeer kaum Nahrung
Wilhelmshaven/Tönning. Der harte Winter macht den Vögeln im Watt zu schaffen. Weil die Nordseeküste inzwischen fast vollständig im Eis erstarrt ist, müsse mit einer erhöhten Sterblichkeit bei den überwinternden Wasservögeln gerechnet werden, meldete das Internationale Wattenmeersekretariat in Wilhelmshaven. Viele Nahrungsquellen seien kaum noch erreichbar. Die meisten Vögel seien deshalb weiter nach Süden gezogen.
Andere seien dafür jedoch bereits zu schwach, sagte Vogel-Experte Bernd Haelterlein vom Nationalparkamt in Tönning. Neben dem Nahrungsmangel würden sie durch die starke Kälte geschwächt. "Wer jetzt noch nicht weggekommen ist, dem fehlt die Kraft für eine Flucht", sagte Haelterlein. So rasten im Vogelschutzgebiet auf der nordfriesischen Insel Amrum zurzeit noch rund 5000 Austernfischer, von denen viele so entkräftet seien, dass sie kaum noch flüchten. Haelterlein: "Jede Störung bedeutet einen unnötigen Energieverlust und verstärkt die Notlage weiter."
Durch die milde Witterung zu Beginn des Winters seien viele Gänse, Enten und andere Arten im Wattenmeer geblieben. Zusätzlich trieben Stürme Möwen an die Küste. Sie alle wurden von dem Kälteeinbruch überrascht. Nach der kältesten Nacht hatten Helfer am 7. Februar alleine in Büsum 91 tote Vögel gefunden.



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