Marsmondsonde
Widersprüchliche Aussagen zum Absturz von Phobos-Grunt
Das Militär vermutet den Pazifik als Absturzstelle, die Raumfahrtagentur Roskosmos den Luftraum über Brasilien. Regierung fordert Aufklärung.
Als dünner Lichtreifen am nächtlichen Himmel ist die defekte russische Raumsonde Phobos-Grunt am 28.11.2011 über Salgotarjan (Ungarn) zu sehen. Die defekte russische Raumsonde «Phobos-Grunt» ist am Sonntag (15.01.2012) wie erwartet unkontrolliert auf die Erde gestürzt
Foto: picture alliance / dpa/MTI
Moskau. Der Irrweg von Phobos-Grunt hat ein Ende. Oder doch nicht? Die Aussagen zum finalen Absturzort der Marsmondsonde sind widersprüchlich. Am Sonntagabend soll die Sonde laut Angaben des russischen Militärs über dem Pazifik abgestürzt sein. Die Raumfahrtagentur Roskosmos hatte aber berechnet, dass Phobos-Grunt über Brasilien verglühen sollte.
Vize-Regierungschef Dmitri Rogosin in Moskau mit Nachdruck eine Aufklärung der Panne verlangt. Er fordere die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos auf, bis 31. Januar die Gründe für die Havarie und die Namen der Schuldigen vorzulegen, wie Rogosin in einem Eintrag beim Kurznachrichtendienst Twitter am Montag schrieb. 120 Millionen Euro hatte die Sonde gekostet.
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Auch der genaue Absturzort muss noch geklärt werden. „Niemand hat die Zerstörung des Raumfahrt-Apparates beobachtet. Deshalb gibt es auch keine visuelle oder irgendeine andere Bestätigung“, sagte Roskosmos-Vizechef Anatoli Schilow .
Nach Schätzungen der Europäischen Raumfahrtagentur Esa gelangten Trümmerteile von 200 bis 300 Kilogramm Gewicht durch die Erdatmosphäre. Von dem radioaktiven Kobalt in der Sonde gehe keinerlei Gefahr aus, hieß es.
„Phobos-Grunt“ war am 9. November 2011 (Ortszeit) vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan gestartet und sollte bis 2014 im All bleiben, den Marsmond Phobos erforschen und Proben mit zur Erde bringen. Wegen einer technisch bislang nicht vollständig geklärten Panne am Triebwerk kam die Raumsonde aber nicht über die Erdumlaufbahn hinaus. Angesichts der nun zerstörten Sonde äußerten sich Experten skeptisch, dass die Havarie jemals aufgeklärt werden könne.




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