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Wissen

Erster Impfstoff gegen Hepatitis C entwickelt

Rom/Oxford. Ein neuartiger Impfstoff gegen die Erreger von Hepatitis C hat sich in einem ersten Test an gesunden Menschen als gut verträglich erwiesen. Das Präparat nutzt gentechnisch veränderte Viren aus Schimpansen, um das menschliche Immunsystem gegen die gleichfalls viralen Auslöser von Hepatitis C zu mobilisieren. Zwei Forschergruppen berichten im Journal "Science Translational Medicine", wie sie das passende Affenvirus identifizierten und dieses zum experimentellen Impfstoff entwickelten. Ob das neue Präparat die Zahl neuer Infektionen beim Menschen tatsächlich verringern kann, wurde noch nicht geprüft.

Eines der beiden neuen Resultate stammt von einer Gruppe um Alfredo Nicosia vom Biotechnikunternehmen Okairos in Rom. Die Forscher präsentieren neue Adenoviren aus Schimpansen, die sich als sogenannte Genfähren einsetzen lassen. Weil menschliche Adenoviren vom Immunsystem meist rasch ausgeschaltet werden, isolierten Nicosia und seine Kollegen Adenoviren aus den Ausscheidungen von Schimpansen, den nächsten Verwandten des Menschen. Die Varianten ChAd3 und PanAd3 stellten sich als aussichtsreiche Kandidaten heraus. Eine Gruppe um Paul Klenerman von der University of Oxford nutzte ChAd3, um Bausteine des Hepatitis-C-Virus in gesunde Versuchspersonen einzuschleusen.

Bisher gibt es keinen Impfstoff gegen Hepatitis C. Das meist mit Blut - etwa über Drogenbesteck - übertragene Hepatitis-C-Virus führt oft zu dauerhaften Infektionen. Das Robert-Koch-Institut schätzt den Anteil der Betroffenen in der deutschen Bevölkerung auf etwa 0,4 Prozent.(dpa)

 

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