Hamburg

Ein Hotel nur für Störche

Hamburg.  So ein Storchennest sieht ziemlich beeindruckend aus. Denn nicht nur die Vögel selbst sind groß. Auch ihr Nest ist ganz schön riesig. In vielen Dörfern und Städten in Norddeutschland kann man die Vögel jetzt gut beobachten, meist auf Hausdächern.

In Kirchheim, einem Ort in Bayern, sind sogar mehrere solcher Nester auf einmal zu sehen. Dort gibt es einen Mast, an dem neun Storchenpaare auf einmal brüten. Es ist fast wie ein Hotel für Störche. Jedes Paar hat sein eigenes Nest. Die großen Nester liegen auf Metallstreben, die an dem Mast angebracht sind. Das hat eine Firma extra für die Störche gemacht. "Vor gut zwölf Jahren hat sich das erste Mal ein Paar bei uns niedergelassen und gebrütet", sagt die Firmen-Chefin Karin Holzheu.

Damals nisteten die Tiere auf einem alten, ausgedienten Kran. Der stand mitten auf dem Firmen-Gelände. Die Vögel machten aber jede Menge Dreck. "Manche Baucontainer waren komplett weiß vor Kot, man musste aufpassen, wo man hintritt", erzählt die Chefin.

Ihr Ehemann entwarf deswegen die Metallstreben, die am alten Kran-Mast angebracht wurden. Der steht jetzt an einem anderen Ort als zuvor. Die Störche kamen auch dorthin zum Nisten.

"Die Störche treten regelrecht als Team auf", sagt der Storch-Experte Anton Burnhauser. "Sie gehen gemeinsam auf Futtersuche und beschützen die Nester vor Eindringlingen."

Gute Nachbarschaft gibt es also auch unter Störchen.

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