08.11.11

Erkrankungen

Neue Forschung: Wie Multiple Sklerose das Gehirn verändert

Neue Ergebnisse der UKE-Forscher: Je schwerer die Erkrankung ausgeprägt ist, desto stärker kommunizieren bestimmte Hirnareale miteinander.

Foto: dpa/DPA
Die Pubertät ist die wichtigste Umbauphase des Gehirns
Neue Forschungsergebnisse zeigen, welchen Einfluss MS auf das Gehirn hat

Hamburg. Bislang deutete die Wissenschaft starke Verbindungen zwischen unterschiedlichen Hirnarealen als Zeichen für eine bessere Verarbeitung der Informationen. Die Forschungsgruppe um Prof. Andreas Engel vom Institut für Neurophysiologie und Pathophysiologie am Universitätsklinikums Eppendorf (UKE) zeigte nun, dass auch das Gegenteil zutreffen kann. Ihre Untersuchungen von Patienten mit Multipler Sklerose (MS) ergaben ein überraschendes Ergebnis: Je stärker die Nervenfasern im Gehirn geschädigt und unterschiedliche geistige Leistungen beeinträchtigt waren, desto mehr kommunizierten bestimmte Hirnareale miteinander.

+++ Multiple Sklerose ist kein Risiko bei Schwangerschaft +++

Rund 130 000 Menschen in Deutschland leiden an Multipler Sklerose. Die Krankheit kann zum Beispiel mit Kribbeln in den Beinen beginnen, Flimmern im Gesichtsfeld oder Störungen der Aufmerksamkeit oder des Gedächtnisses. Sie entsteht dadurch, dass das körpereigene Immunsystem die Isolierschicht angreift, von der die Nerven im Gehirn und im Rückenmark umhüllt werden. Das führt zu Entzündungsherden, die überall im zentralen Nervensystem sitzen können, was die Vielfalt der Symptome erklärt. Die MS ist die häufigste Ursache für neurologische Störungen im frühen Erwachsenenalter und bricht meist zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr aus.

Ein internationales Forschungsteam unter Leitung des UKE hat jetzt analysiert, wie die MS die Architektur des Gehirns verändert, und berichtet darüber in der US-Fachzeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences". Bei ihren Untersuchungen fanden die Wissenschaftler heraus, dass bestimmte Hirnareale umso stärker miteinander kommunizieren, je deutlicher die MS wütet.

Die Methode könnte eingesetzt werden, um das Ausmaß der MS zu bestimmen

"Dabei handelt es sich um Gehirnbereiche, von denen bekannt ist, dass sie dann aktiv sind, wenn der Mensch sich in einem Ruhezustand befindet und das Gehirn nicht mit besonderen Aufgaben beschäftigt ist", sagt David Hawellek. Er ist Doktorand in dem Institut und hat die Studie durchgeführt. Warum gerade diese Areale bei MS-Patienten stärker miteinander kommunizieren, ist noch unklar. Momentan gehen die Forscher davon aus, dass der Verlust vieler Verbindungen dazu führt, dass die Netzwerke weniger variabel reagieren und daher verstärkt kommunizieren. "Und unsere Ergebnisse zeigen, welche extrem wichtige Position diese Hirnareale im Gehirn haben, auch wenn ihre Funktion noch nicht vollständig aufgeklärt ist", sagt Hawellek.

Wunsch der Forscher ist es, aus ihren Ergebnissen neue diagnostische und therapeutische Ansätze bei MS zu entwickeln. Etwa als eine Art Biomarker für die geistigen Leistungen des Gehirns, wie Hawellek sagt: "Da die MS dafür bekannt ist, dass sie sehr unterschiedliche Symptome zeigt, je nachdem, wo im Gehirn die Entzündungsherde sitzen, könnte man mit dieser Methode das objektive Ausmaß der Erkrankung bestimmen." Zudem könnten die Ergebnisse helfen, Veränderungen der Hirnarchitektur künftig auch bei anderen Krankheiten besser deuten zu können.

Der weltgrößte Generikahersteller Teva
Der weltgrößte Generikahersteller Teva
Der israelische Hersteller von Generika Teva Pharmaceutical Industries ist die weltweite Nummer eins auf dem Markt für Nachahmermedikamente.
Teva (hebräisch für Natur) wurde 1901 unter dem Namen Salomon, Levin und Elstein als reines Vertriebsunternehmen für importierte Medikamente gegründet. Einer Anekdote nach erfolgte die Auslieferung damals auf dem Rücken von Kamelen und Eseln.
In den 80er Jahren erarbeitete sich Teva mit einer Serie von Zukäufen die Grundlage für seine heutige Positionierung. 1982 wurde auch die erste Fabrik von der amerikanischen Gesundheitsbehörde "Food and Drug Administration" (FDA) zugelassen, was der Grundstein für die Erschließung des wichtigen amerikanischen Marktes war.
2008 übernahm Teva den amerikanischen Konkurrenten Barr Pharmaceuticals. Mitte 2005 hatte sich der israelische Branchenprimus bereits den US-Konkurrenten Ivax für 7,4 Milliarden Dollar einverleibt. Bei der Übernahme von Hexal unterlag Teva aber dem Schweizer Pharmariesen Novartis.
Heute gehört Teva nach eigenen Angaben zu den 15 größten Pharmakonzernen weltweit. 2009 wies das Unternehmen - auch dank Barr - ein Umsatzwachstum von 25 Prozent auf rund 14 Milliarden Dollar aus. Der Nettogewinn kletterte um 22 Prozent auf drei Milliarden Dollar.
Mehr als 80 Prozent der Erlöse erzielt Teva in den USA und in Europa.
Mitte Februar erklärte der Teva-Chef Shlomo Yanai, dass er den Umsatz bis 2015 mehr als verdoppeln möchte. Die Erlöse sollen bis dahin bei 31 Milliarden US-Dollar liegen. Für den Gewinn werden 2015 6,8 Milliarden Dollar angepeilt. Für 2010 stellte er für den Gesamtkonzern einen Umsatz von 16 Milliarden Dollar und einen Gewinnanstieg um ein Drittel in Aussicht.
Teva verlässt sich jedoch nicht allein auf das Generika-Geschäft, sondern entwickelt Medikamente auch selbst. Ein erfolgreiches Mittel aus der eigenen Forschung ist das Präparat Copaxone zur Behandlung der Autoimmunerkrankung Multiple Sklerose.
Quelle: dpa
So trainieren Sie Ihr Gehirn
Trainieren Sie Ihr Gehirn durch Mehrfach-Anforderungen (Multitasking). Beispiel: Schreiben Sie eine Einkaufsliste, während Sie überlegen, wann Sie in den Urlaub fahren wollen. Zeitgleich würfeln Sie und zählen, wie oft die Sechs fällt.
Stellen Sie sich einen Begriff bildhaft vor: Welche Farbe hat er, wie schmeckt oder riecht er? Denken Sie einige Sekunden intensiv daran, schon bleibt es mittelfristig im Gedächtnis.
Drehen Sie einen Gegenstand in Ihrer Vorstellung. Die Raumwahrnehmung ist wichtig, um Abstände zu schätzen, sich zu orientieren und die Umwelt korrekt wahrnehmen zu können. Eine gute Raumwahrnehmung unterstützt auch die mathematischen Fähigkeiten.
Bringen Sie Ihre grauen Zellen mit Hilfe des Computers auf Trab: Es gibt viele Online-Spiele mit Denksportaufgaben oder dreidimensionale Rätsel. Auch das klassische Kreuzworträtsel ist nicht zu verachten.
(cw)
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