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Wissen

UARS

NASA: Satelliten-Absturz verzögert sich

Der Absturz des US-Satelliten UARS soll sich verzögern. Nun wir der Aufschlag des Weltraumschrotts für Sonnabendmorgen erwartet.

Dieser Satellit soll am frühen Sonnabend auf die Erde stürzen. Wo er genau landet, ist bisher unklar
Foto: dapd

Washington/Darmstadt. Der mit Spannung erwartete Absturz eines busgroßen NASA-Satelliten hat sich am Freitag verzögert. Das sechs Tonnen schwere Stück Weltraumschrott sank langsamer als ursprünglich erwartet, wie die US-Raumfahrtbehörde in Cape Canaveral mitteilte. Das Auftreffen des Satelliten UARS auf der Erde werde nun für Sonnabendmorgen (MESZ) erwartet.

Das Absinken des Wettersatelliten werde nun nicht mehr hauptsächlich von der Sonnenaktivität beeinflusst, erklärte die NASA weiter. Vielmehr habe der UARS offenbar seine Ausrichtung geändert, was den Absturz verlangsamt habe. Zuvor hatte die Raumfahrtbehörde darauf hingewiesen, dass nun eine – allerdings unwahrscheinliche - Möglichkeit bestehe, dass Trümmer des Flugkörpers in den USA landen könnten. Noch Anfang der Woche hatten die NASA-Experten erklärt, Nordamerika komme als Ort des Auftreffens nicht infrage. Eine Landung im Meer galt als wahrscheinlich.

Es wurde erwartet, dass der sechs Tonnen schwere Forschungssatellit in mehr als 100 Einzelteile zerbrechen wird, von denen die meisten beim Eintritt in die Erdatmosphäre verglühen dürften. 26 große Bruchstücke mit einem Gesamtgewicht von 544 Kilogramm sollten jedoch auf der Erde einschlagen. Der UARS war vor 20 Jahren von der Raumfähre „Discovery“ ins All gebracht worden.

Gefahr für Menschen gering

Der US-Satellit UARS hat ausgedient: Er soll seine Umlaufbahn verlassen und in Richtung Erde stürzen. „Das Risiko, davon getroffen zu werden, ist sehr gering“, sagte der Leiter des Weltraumschrott-Büros der Europäischen Raumfahrtagentur Esa, Prof. Heiner Klinkrad, in Darmstadt. Das rund sechs Tonnen schwere Stück Weltraumschrott sollte nach Angaben der Nasa in der Nacht zum Samstag in die Erdatmosphäre eintreten. Eine genaue Zeit nannte sie zunächst nicht. Der ausrangierte Satellit verglüht demnach aber nicht vollständig, sondern fällt in Einzelteilen auf die Erde.

Nach Angaben von Klinkrad bleiben von dem Satelliten nur etwas mehr 500 Kilogramm übrig – auf 20 Fragmente verteilt. „Das Risiko ist 1 zu 3200, dass überhaupt ein Mensch dabei ernsthaft verletzt wird“, sagte der Experte. „Wenn man das umrechnet auf das Risiko für jeden einzelnen, dann liegt es bei 1 zu 100 Milliarden.“ Die Wahrscheinlichkeit, vom Blitz getroffen zu werden, sei wesentlich höher. „Von all den Objekten, die wieder eingetreten sind, ist bisher niemand auf der Erde verletzt worden.“

Der Aufprallort der Trümmer, war unter Experten am Freitag aber noch umstritten. „Wo er herunterfällt, lässt sich nur sehr schwer vorhersagen“, sagte Klinkrad. „Im Moment kann man aber davon ausgehen, dass Nordamerika nicht betroffen sein wird.“ Die Russen wagten unterdessen genauere Prognosen: „Er könnte in den Indischen Ozean nördlich der Crozetinseln fallen“, sagte Oberst Alexej Solotuchin der russischen Agentur Itar-Tass. Am Mittwoch hatte die russische Raumfahrtbehörde mitgeteilt, der Satellit stürze voraussichtlich in den Pazifik. Russische Medien hatten zuvor berichtet, dass die Hauptstadt Moskau in der Risikozone liegen könnte.

(dpa)

 

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