Himmel
Fleischerhaken-Galaxie zeigt den Lebenszyklus von Sternen
Die Galaxie am Südhimmel hat ihre ungewöhnliche Form vermutlich durch eine Beinahe-Kollision mit einer anderen Galaxie erhalten.
Der untere, längere Arm der Galaxie beherbergt die Kinderstuben vieler Sterne; im dickeren oberen Arm beobachteten die Astronomen das Ende eines Sterns.
Foto: dpa
Garching. Die sogenannte Fleischerhaken-Galaxie am Südhimmel - zu finden in der Nähe von Canopus, dem zweithellsten Stern am Himmel - hat ihre ungewöhnliche Form vermutlich durch eine Beinahe-Kollision mit einer anderen Galaxie erhalten. Der "Übeltäter" wurde noch nicht gefunden, doch die Europäische Südsternwarte Eso hat neue Hinweise zum Tathergang.
Die Astronomen verglichen ältere Bilder der Galaxie, die vom "Hubble"-Weltraumteleskop und einem Teleskop der Sternwarte La Silla in Chile aufgenommen worden waren. Dabei konnten sie im dickeren der beiden Spiralarme eine Supernova beobachten, die Explosion eines Sterns am Ende seines Lebens. Vor allem im längeren Spiralarm entdeckten sie rosa leuchtende Punkte, die auf Kinderstuben von Sternen hindeuten. Diese Farben entstehen vermutlich, wenn Wasserstoffgas durch die Strahlung frisch geborener Sterne zum Leuchten angeregt wird.
Beide Prozesse, die Supernova und die Geburt neuer Sterne, könnten durch die Beinahe-Kollision mit derselben Galaxie hervorgerufen worden sein, die auch zu der Hakenform führte. "Durch die Wechselwirkung zwischen Galaxien entstehen viele Sterne, darunter aber auch solche, die über eine vergleichsweise kurze Lebenszeit verfügen", so Eso-Forscher Richard Hook.




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