Wissenschaftler entwickeln ersten Gendoping-Test
Tübingen. Das Schreckgespenst vom genmanipulierten Spitzenathleten geistert seit Jahren durch die Sportwelt. Der Athlet schluckt ein Medikament, der Körper gibt eine leistungssteigernde Substanz frei und die Dopingfahnder wissen nicht, ob die auf natürlichem Wege hergestellt wurde oder nicht. Deutsche Wissenschaftler haben nun nach eigenen Angaben das weltweit erste Nachweisverfahren für Gendoping entwickelt. "Damit lässt sich Doping durch Gentransfer relativ kostengünstig nachweisen", sagte Perikles Simon, Abteilungsleiter Sportmedizin an der Universität Mainz.
Demnach reicht die Analyse einer Blutprobe aus, um festzustellen, ob ein Sportler sein Erbgut modifiziert hat. Die Erbinformation eines Menschen ist von Einschüben unterbrochen, wie bei Perlen, die auf einer Schnur lose nebeneinanderhängen. Die Forscher aus Mainz und Tübingen stellten fest, dass manipulierte Stränge, sogenannte transgene DNA-Sequenzen, dagegen keine Lücken aufweisen. Der Test sei "zweifelsfrei". Wie lange sich das Gendoping nachweisen lässt und ob auch jahrelang eingefrorene Proben untersucht werden können, konnten die Forscher nicht sagen.



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