Abgeschaut
Roboter-Gleiter landet wie ein Vogel
US-Forscher entwickeln Anflugtechnik, mit der Flugzeuge an Stromleitungen andocken könnten
Bei der Landung richtet das Höhenruder den Modellflieger steil nach oben.
Foto: Robot Locomotion Group
Cambridge. Forscher am Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben ein Modellflugzeug gebaut, das wie ein Vogel auf einem Draht landen kann. Videobilder des Teams zeigen, wie der herangleitende Flieger kurz vor der Landung seine Nase steil nach oben richtet, dabei viel langsamer wird und mit einer Halterung exakt den Draht trifft. Die Steuerung übernimmt ein Motor am Heck, der die Stellung des Höhenruders ändert.
Die Technik haben sich die MIT-Forscher von Vögeln abgeschaut. Im Gegensatz zu Flugzeugen, die nach der Landung ausrollen müssen, um ihren Schwung abzubremsen, können Vögel auf den Zentimeter genau landen. Dazu richten sie im letzten Moment ihre Flügel steil auf und ihre Schwanzfedern nach unten. Dabei entstehen hinter den Flügeln starke Luftwirbel, die die Vögel geschickt zur Bremsung nutzen.
Geriete ein Flugzeug in diese Lage, würde es unkontrolliert zu Boden stürzen - "Strömungsabriss" heißt dieses Szenario unter Piloten. Luftströme, die entstehen, wenn Flugzeuge geradeaus oder in leichtem Winkel nach oben oder unten fliegen, können Ingenieure gut berechnen, deshalb liegen Flieger in solchen Situationen zuverlässig in der Luft. Schwieriger sind die Berechnungen bei steilen Anstellwinkeln.
Mithilfe der Vogeltechnik, heißt es in einer Mitteilung der Forscher, könnten kleine Roboter-Flugzeuge mit Elektroantrieb eines Tages vielleicht an Stromleitungen landen, um ihre Akkus aufzuladen.
Das Original
Das Modell
Quelle: Robot Locomotion Group




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