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Wissen

Geschlechter-Unterschied in der Therapie nutzen

Münster. Die Erkenntnis, dass männliche und weibliche Gehirne unterschiedlich auf Reize reagieren, könnte bald in der Rehabilitation genutzt werden, etwa in der Therapie von Schlaganfallpatienten. Das sagte Professor Bettina Pfleiderer von der Universität Münster im Vorfeld des Weltärztinnenkongresses, der heute beginnt. Die Medizinerin untersucht mithilfe der funktionellen Magnetresonanztomografie, wie sich Verarbei tungsprozesse in den Gehirnen vonFrauen und Männern unterscheiden.

Pfleiderer: "Auffällig ist etwa, dass beim Verarbeiten von Sprachreizen bei Frauen viel stärker vordere Bereiche der Großhirnrinde aktiv sind, die besonders durch weibliche Hormone wie Östrogen beeinflusst zu werden scheinen. Dazu passt die Beobachtung, dass Frauen deutlich häufiger Sprachstörungen aufweisen, wenn der Schlagfall mehr im vorderen Bereich der Großhirnrinde auftritt."

Mit dem Wissen, wie Areale im weiblichen Gehirn besonders angesprochen werden können, ließen sich etwa Übungen in der Therapie von Sprachstörungen anpassen, so Pfleiderer: "Zum Beispiel wird das Gehirn bei Frauen besonders angesprochen, wenn bei Sprach- oder Gedächtnisübungen nüchterne Inhalte in einem emotionalen Zusammenhang präsentiert werden. Also etwa im Zusammenhang mit Farben oder mit Wörtern, die selbst einen emotionalen Inhalt haben."(dpa)

 

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