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Wissen

Astronomie

Dem Mars beim Wandern zuschauen

Seine Bewegung ist über mehrere Nächte hinweg zu erkennen. Und zu beiden Seiten der Milchstraße gibt es ein Gipfeltreffen heller Sterne.

Die Sternkarte zeigt den Anblick des Himmelsgewölbes über Hamburg für Anfang Februar um 23 Uhr, Mitte Februar um 22 Uhr und Ende Februar um 21 Uhr. Die Karte ist so zu halten, dass die Himmelsrichtung, in die man schaut, auf der Karte unten steht. Die Karte zur Ansicht als PDF (~220 KB) Hier klicken!
Foto: Planetarium Hamburg

Hamburg. Ein prächtiger winterlicher Sternenhimmel erwartet uns auch noch im Februar - und ein leuchtend heller Planet Mars. Der Monat beginnt mit abnehmendem Mondlicht - am Valentinstag (14. Februar) ist Neumond. Wenige Tage später taucht dann die zunehmende Mondsichel wieder abends auf. Am letzten Tag des Monats steht schließlich der Vollmond südlich des Löwen, im Sternbild Sextant, die ganze Nacht am Himmel.

Über dem Nordosthorizont "hängen" halbhoch die sieben Sterne des Großen Wagens - mit den drei Deichselsternen nach unten gerichtet. Und hoch über unseren Köpfen funkelt der helle Stern Capella im Fuhrmann. Er markiert den nördlichsten und daher eben höchsten Stern des "Wintersechsecks", dessen funkelnde Pracht den gesamten südlichen Himmelsbereich einnimmt. Der südlichste Stern in diesem Sternensextett ist Sirius im Sternbild Großer Hund. Sirius ist nach unserer Sonne nicht nur der hellste Fixstern am Himmel, sondern in unseren Breiten sogar der nächstgelegene - mit fast neun Lichtjahren Distanz ist er zwar doppelt so weit entfernt wie Alpha Centauri - doch Alpha Centauri gelangt bei uns im Norden nie über den Horizont.

Dass Sterne gar nicht fixiert sind, sondern sich durch den Raum bewegen, fand erst Edmund Halley im Jahre 1718 heraus - durch genaue Positionsmessungen von Sirius. Im Jahr 1862 entdeckte man dann, dass Sirius ein sogenannter Doppelstern ist: Er besteht aus zwei Sonnen, Sirius A und B. Sirius B ist 10 000-mal lichtschwächer als Sirius A - er ist der erste sogenannte Weiße Zwergstern, eine ausgebrannte, kompakte "Sternleiche". Mit bloßem Auge sehen wir daher nur Sirius A.

Ziehen wir in Gedanken eine Linie vom prächtigen Sirius hoch hinauf zu Capella im Fuhrmann, so folgen wir damit dem Verlauf der Milchstraße, die wir nur von einem dunklen Beobachtungsort in voller Pracht erkennen. Rechts und links der Milchstraße gibt es ein wahres Gipfeltreffen heller Sterne - allen voran das Prachtstück des Winters, die wohl schönste Sternenfigur überhaupt: Orion, der Himmelsjäger. Ziehen wir eine Linie von Sirius über die drei Gürtelsterne des Orions weiter nach rechts oben (nach Westen), so treffen wir rechts über dem Orion auf Aldebaran, das rote Auge des Stiers, und darüber hinaus auf das kompakte Siebengestirn, die Plejaden im Stier.

Viel höher als Sirius im Süden funkeln Prokyon und das Zwillingspaar Castor und Pollux.

Ein heller Lichtpunkt fällt uns hoch im Südosten auf, der fast so hell wie Sirius strahlt - aber nicht funkelt, sondern in ruhigem goldgelben Licht scheint: Es ist Mars, kein Fixstern, also keine selbst leuchtende Sonne, sondern ein "Wandergestirn", ein Planet wie unsere Erde. Mars ist unser äußerer Nachbarplanet, an dem unsere Erde Ende Januar in 99 Millionen Kilometern Distanz vorbeigezogen ist. Mars wandert bis Ende Februar rückläufig durch das unscheinbare Sternbild Krebs und rückt näher auf die Zwillingssterne Castor und Pollux zu. Wer regelmäßig seine Position verfolgt, der kann innerhalb weniger Tage diese Bewegung relativ zum Sternenhintergrund erkennen! Mars ist die Nacht über zu sehen und steht zusammen mit dem Sternbild Krebs um Mitternacht hoch im Süden und zu Beginn der Morgendämmerung am Nordwesthorizont. Am Abend des 26. Februar zieht der fast volle Mond an Mars vorbei.

Nur etwa zwei Grad unterhalb des Mars finden wir jetzt leicht den schönen offenen Sternhaufen M44 - die Krippe oder lateinisch Praesepe im Krebs. Zusammen mit Mars ist sie ein schöner Anblick im Fernglas. Abseits störender Lichter der Stadt ist die Krippe schon mit bloßem Auge als kleine Aufhellung gut zu sehen. Hunderte heller Sonnen leuchten dort aus einer Distanz von 500 Lichtjahren zu uns herüber. Die Amerikaner sehen in diesem Sternengewimmel einen Bienenschwarm und nennen diesen Haufen Bienenkorb.

Das zentrale Sternbild des Frühlings ist halbhoch im Südosten zu sehen, quasi links von Mars: das Sternentrapez des Löwen. Noch weiter östlich, im Sternbild Jungfrau, stoßen wir auf den Ringplaneten Saturn. Die Ringe des Saturns sind mit bloßem Auge nicht zu sehen - man braucht schon ein Fernrohr mit mindestens 30-facher Vergrößerung, um sie zu erkennen.

Unterhalb der Wagendeichsel, knapp über dem Ostnordosthorizont grüßt uns bereits ein heller, rötlicher Stern. Es ist Arktur im Bärenhüter. Der Sage nach treibt er den Großen Bären" - das ausgedehnte Sternbild, zu dem die sieben Wagensterne eigentlich gehören - vor sich her. Arktur wird in den kommenden Stunden im Osten immer höher steigen.

Mars und Saturn bleiben die einzigen Planeten, die wir in diesem Monat gut beobachten können.Venus wechselte zwar schon im Januar von der Morgenseite auf die Abendseite der Sonne, hat aber noch nicht genügend Winkelabstand, um als "Abendstern" zu glänzen. Allenfalls am Monatsende kann man sie erstmals für wenige Minuten in der Abenddämmerung im Südwesten sehen. Auch der sonnennächste Planet Merkur und der Riesenplanet Jupiter verstecken sich im Glanz der Sonne. Jupiter kann vielleicht noch in den ersten Monatstagen in der Abenddämmerung gesehen werden, bevor auch er verschwunden ist und am Monatsende in Konjunktion zur Sonne gelangt (ihr scheinbar begegnet).

 

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