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Wissen

Internet-Kongress

Virtuelle Fachtagung zum Klimawandel

In Hamburg und im Rest der Welt startete die zweite virtuelle Wissenschaftskonferenz zum Klimawandel.

Hamburg. Am Montag startete in Hamburg und im Rest der Welt die zweite virtuelle Wissenschaftskonferenz zum Klimawandel. Im vergangenen Jahr organisierte die Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) erstmals eine Internet-Tagung zu dem Thema. Es registrierten sich 2300 Teilnehmer aus elf Ländern, insgesamt wurden die Internetseiten von Klima2008 etwa 2,85-Millionen-mal angeklickt. In dieser Woche läuft die zweite Konferenz – „weltweit CO2-neutral“, wie Organisator Prof. Walter Leal betont.

Bis zum Freitag (06.11.2009) können Wissenschaftler, Politiker, Vertreter aus Wirtschaft und Verwaltung, soziale Einrichtungen und Verbände, aber auch interessierte Laien unter www.klima2009.net an der Konferenz teilhaben. Sie können mehr als hundert zur Tagung eingereichte (englischsprachige) Beiträge lesen, in der Bibliothek Hintergrundmaterial einsehen (deutsch und englisch), in Live-Chats mit Experten diskutieren, in der Projektdatenbank unterstützenswerte Initiativen kennen lernen. Anonyme Besucher werden die virtuelle Wissenschaftstagung als reines Informationsportal nutzen. Wer mit diskutieren will, muss durch eine "Personenkontrolle" (sich registrieren).

"Virtuelle Konferenzen sind ein Beitrag zum Klimaschutz, der noch zu wenig genutzt wird", lobte Prof. Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung die HAW-Initiative. Die renommierte Wissenschaftlerin mit Schwerpunkt Energiewirtschaft und Klimawandel referierte Montag auf der realen Auftaktveranstaltung in der Handelskammer Hamburg. 160 Gäste kamen. Währenddessen fanden sich im Internet ebenfalls die ersten Besucher ein. Auch hier stehen die sozialen, wirtschaftlichen und politischen Belange des Klimawandels im Fokus, während Klima2008 die naturwissenschaftlichen Aspekte beleuchtete.

Klimaschutz wird der Wirtschaftsmotor der Zukunft werden, davon ist Kemfert überzeugt. Er sei der Weg aus der Wirtschaftskrise. Kemfert setzt vor allem auf den Handel mit CO2-Zertifikaten als ein Instrument, Klimaschutz möglichst effektiv zu betreiben. Es führe dazu, dass CO2 dort vermieden wird, wo dies am günstigsten ist. Gleichzeitig warnte sie: "Wir können uns kein weitere Krise, auch keine Klimakrise, mehr leisten."

Einen kleinen Beitrag zu mehr Klimaschutz leistet jetzt Klima2008. "Wir bieten die Möglichkeit, sich kostenlos über aktuelle Klimaforschung auszutauschen, ohne Reisen, die das Klima belasten", sagte Walter Leal. Derartige Konferenzen weckten "das schlummernde Potenzial der Informations- und Kommunikationstechnologie" und setzen durch die grenzüberschreitende Vernetzung vieler Akteure womöglich weitere Energie für mehr Klimaschutz frei.

 

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