06.02.13

Ostfriesland Moorleiche "Bernie" bekommt ein neues Bett

Moorleiche ãBernieÒ im UKE

Foto: Juergen Joost

Moorleiche ãBernieÒ im UKE

Bernie ist der wohl älteste bekannte Ostfriese. Sein 1200 Jahre altes Skelett kehrt nach vielen Untersuchungen nach Emden zurück.

Emden. Der wohl älteste bekannte Ostfriese bekommt ein neues Bett: Die Moorleiche Bernie, der "Mann vom Bernuthsfelde", soll Mitte des Jahres ins Landesmuseum nach Emden zurückkehren. Dann werde auch eine neutrale Unterlage für das 1200 Jahre alte Skelett benötigt: "Bernie braucht ein neues Bett", sagte der Emder Archäologe Jürgen Bär. Seit 2011 wird die Moorleiche mit modernen wissenschaftlichen Methoden durchleuchtet. Nach Untersuchungen von Rechtsmedizinern in Hamburg und Göttingen wissen die Forscher: Der Mann hatte Arthrose und vermutlich auch Krebs. Derzeit werden seine morschen Knochen beim Landesamt für Denkmalpflege in Hannover gepflegt.

In der zweiten Jahreshälfte soll das 1200 Jahre alte Skelett endlich wieder ins Emder Museum zurückkehren und auf einem neuen Bett, einer neutralen Unterlage, ruhen. In zwei bis drei Jahren könnte es sogar als lebensgroßes Modell wiedererstehen: Großrechner bei VW haben dafür riesige Datenpakete für dreidimensionale Bilder aufgezeichnet. "Weltweit ist er die vielleicht am besten untersuchte antike Leiche", vermutet der Archäologe.

Das Schicksal von Bernie hat aber auch wieder eine Diskussion über Ethik in der Forschung angestoßen. Das Emder Museum macht sich Gedanken über eine angemessene Präsentation in der Zukunft. "Die Moorleiche sollte nicht mehr wie früher nur zur Schau gestellt werden", sagt Museumsdirektor Carsten Jöhnk. Besucher sollten beim Anblick der Knochen nicht einfach erschaudern, sondern einen gestorbenen Menschen in seinem damaligen Umfeld erleben.