15.01.13

Genforschung

Inder kamen früher nach Australien

Vor 4200 Jahren kam es zu einem Austausch mit den Aborigines - lange vor Ankunft der Europäer. Das belegen neue Genforschungen.

Foto: pa/Claire Leimba/Robert Harding World Imagery
Three Aborigines playing musical instruments, Northern Territory, Australia, Pacific
Drei Aborigines spielen traditionelle Musikinstrumente

Leipzig. Die Aborigines in Australien haben schon lange vor dem Eintreffen der Europäer Besuch aus Indien bekommen. Neue Genforschungen belegen, dass vor rund 4000 Jahren Menschen aus dem südasiatischen Land übers Wasser bis nach Australien gelangt sein müssen. Es habe einst einen "substanziellen Genfluss" zwischen Indern und Australiern gegeben, fand eine Forschergruppe um Irina Pugach vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig heraus. Die Europäer hatten Australien erst im 18. Jahrhundert kolonialisiert.

Das Forscherteam analysierte das Erbgut von 344 Menschen aus verschiedenen Ecken der Welt. Darunter waren Aborigines aus dem nördlichen Australien sowie Einwohner Indiens und Indonesiens. Ergebnis: 141 Generationen früher - also vor umgerechnet etwa 4230 Jahren - müssen Inder und Australier miteinander in Kontakt gekommen sein, schreiben die Forscher im Fachjournal "PNAS".

Interessanterweise habe es etwa zur selben Zeit auch zahlreiche weitere Veränderungen in Australien gegeben, sagte Erstautorin Pugach. Plötzlich seien damals andere Arten von Steinwerkzeugen genutzt worden. Pugach vermutet einen Zusammenhang zwischen dem Genfluss und den archäologisch belegten Veränderungen. Auch der Wildhund Dingo sei damals erstmalig in der Region aufgetaucht. Morphologisch ähnele der Dingo indischen Hunden.

Australien wurde vor rund 40.000 Jahren besiedelt. Bislang herrschte in Fachkreisen die Ansicht vor, dass der Kontinent danach bis zur Ankunft der Europäer weitgehend isoliert blieb. Allerdings gab es bereits einzelne Studien, die den jetzt nachgewiesenen Genaustausch während des Holozäns (vor etwa 10.000 Jahren bis heute) nahe legten.

Die Leipziger Max-Planck-Forscher belegten mit ihrer neuen Studie außerdem eine gemeinsame Herkunft von Populationen aus Australien, Neuguinea und den auf den Philippinen lebenden Mamanwa. Die Wissenschaftler schätzen, dass sich diese Gruppen vor etwa 36.000 Jahren getrennt voneinander weiterentwickelten.

(dpa)
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Alles über Ihre Straße

Top-Videos
Ablösesummen
Das sind die teuersten Fußballer aller Zeiten
Top Bildergalerien mehr
HSV

Holtby beim ersten Mannschaftstraining

Sportveranstaltung

Hamburgs Olympiastätten

Vermisste Jenisa

Leichenteile bei Hannover gefunden

GDL

Hamburg: Streik legt Zugverkehr lahm

Highlights
tb_hh_mahjong100.jpg
Mahjong

Spielen Sie mit!mehr

rb_wetter_926045a.jpg
Wetter in Hamburg

Der aktuelle Wetterbericht mit Karte und Vorhersagemehr

rb_stadtplan_926042a.jpg
Stadtplan Hamburg

Mit dem Hamburger Stadtplan Adresse und Orte findenmehr