10.01.13

UN-Bericht

Quecksilber gefährdet Menschen in Entwicklungsländern

Quecksilber verseucht Gewässer, Luft und Nahrung – besonders in den armen Ländern der Welt. Hauptgründe: Goldgewinnung und Kohleverbrennung.

Foto: dpa
Quecksilber immer größere Bedrohung für Entwicklungsländer
Ein Kind zeigt seine Hände in der Goldmine Poushgin in Zorgho in Burkina Faso. Mit Henna versuchen die Kinder die Haut zu schützen, die durch das Arbeiten mit Quecksilber stark in Mitleidenschaft gezogen werden

Addis Abeba/Nairobi. Giftiges Quecksilber wird vor allem in Entwicklungsländern zu einer immer größeren Bedrohung für Millionen Menschen und ihre Umwelt. Zu diesem Ergebnis kommt ein neuer Bericht des UN-Umweltprogramms Unep, der am Donnerstag veröffentlicht wurde. Vor allem die handwerkliche Goldgewinnung sowie die Kohleverbrennung zur Stromerzeugung tragen zu den gefährlich hohen Emissionen des Schwermetalls bei, wie die Behörde mit Sitz in Nairobi feststellte. Betroffen seien vor allem Afrika, Asien und Südamerika.

Hohe Quecksilber-Mengen können tödlich sein. Vergiftungen treten aber meist auf, wenn kleine Mengen über einen längeren Zeitraum aufgenommen werden. Dabei kann vor allem das zentrale Nervensystem geschädigt werden. Besonders anfällig sind Kinder.

"Quecksilber, das in verschiedenen Formen vorkommt, bleibt eine wichtige globale, regionale und nationale Herausforderung, vor allem was seine Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt betrifft", sagte Unep-Chef Achim Steiner. So hätten sich die vom Goldschürfen ausgelösten Emissionen seit 2005 verdoppelt. Wegen der immer weiter steigenden Goldpreise rechnet das Unep in den kommenden Jahren mit einem weiteren Anstieg. Durch die Verbrennung von Kohle werden dem Bericht zufolge zudem jährlich 475 Tonnen Quecksilber ausgestoßen – das sind 24 Prozent der globalen Gesamtemissionen.

Der größte Quecksilber-Erzeuger ist Asien: Der Kontinent ist für knapp die Hälfte der weltweiten Quecksilber-Emissionen verantwortlich. Für die Menschen sind vor allem verseuchte Flüsse und Seen ein Risiko, da die Fische mit dem Metall kontaminiert sind. In den vergangenen 100 Jahren habe sich die Menge an von Menschen produziertem Quecksilber in den Ozeanen in den oberen 100 Metern verdoppelt, in der Tiefsee sei der Anteil um 25 Prozent gestiegen.

Vom 13. bis 18. Januar findet in Genf die fünfte und letzte Sitzung der internationalen Verhandlungen zur Vorbereitung einer weltweiten, rechtlich verbindlichen Vereinbarung über Quecksilber statt (INC5). Das Abkommen soll die Risiken für die Menschen und ihre Umwelt eindämmen.

"Quecksilber ist seit Jahrhunderten als Giftstoff und Gesundheitsrisiko bekannt – aber heute haben wir viele alternative Technologien, um die Risiken für Dutzende Millionen Menschen zu senken, unter anderem für schwangere Mütter und ihre Babys", erklärte Steiner. Ein positives Ergebnis der Verhandlungen könne "zu einer nachhaltigeren Zukunft für viele kommende Generationen beitragen".

(dpa)
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Alles über Ihre Straße

Top Video Alle Videos
WehensimulatorBrightcove Videos

Männer können sich die Schmerzen nicht vorstellen, die eine Frau bei der Geburt eines Kindes erlebt. Damit ist in China nun Schluss: Beim Wehensimulator kommen Männern fast die Tränen.mehr »

Top Bildergalerien mehr
Schleswig-Holstein

Zug überrollt Auto in Bad Oldesloe

Fall Michael Brown

Nach Jury-Entscheidung: Ferguson brennt

Eidelstedt

Auto prallt gegen Bus: Frau verletzt

2014

Hamburg startet in die Weihnachtsmarkt-Saison

Teaser_Einrichten_Wohnen.jpg
Einrichten & Wohnen

Aktuelle Möbel und Trends in unserem Specialmehr

Highlights
tb_hh_mahjong100.jpg
Mahjong

Spielen Sie mit!mehr

rb_wetter_926045a.jpg
Wetter in Hamburg

Der aktuelle Wetterbericht mit Karte und Vorhersagemehr

rb_stadtplan_926042a.jpg
Stadtplan Hamburg

Mit dem Hamburger Stadtplan Adresse und Orte findenmehr