03.01.13

Münchener Rückversicherer

Naturkatastrophen verursachen 2012 in USA Milliardenschäden

Allein der Hurrikan "Sandy" verursachte Ende Oktober Schäden in Höhe von umgerechnet fast 38 Milliarden Euro, ein Drittel aller Schäden.

Foto: dapd
Supersturm "Sandy"
Zerstörte Häuser an einem Strand bei New York. Vor allem der US-Supersturm "Sandy" hat hohe Schäden verursacht

München. Naturkatastrophen haben 2012 vor allem die USA hart getroffen. Allein der Hurrikan "Sandy" verursachte Ende Oktober Schäden in Höhe von umgerechnet fast 38 Milliarden Euro, wie der weltgrößte Rückversicherer Munich Re am Donnerstag in München mitteilte. Damit ist allein dieser Wirbelsturm für fast ein Drittel der volkswirtschaftlichen Schäden durch Naturkatastrophen im vergangenen Jahr verantwortlich. Weltweit richteten Stürme, Erdbeben, Überschwemmungen oder Dürren Schäden in Höhe von umgerechnet knapp 122 Milliarden Euro an, wie die Munich Re errechnete.

Insgesamt verlief das Jahr allerdings glimpflicher als 2011. Damals hatten vor allem die verheerenden Erdbeben in Japan und Neuseeland die Schadenssumme auf den Rekordwert von umgerechnet fast 300 Milliarden Euro wachsen lassen, die Zahl der Toten lag bei

27.200. Im vergangenen Jahr kamen weltweit rund 9500 Menschen ums Leben. Ein Grund für die vergleichsweise niedrige Opferzahl: "2012 ereigneten sich wenige gravierende Naturkatastrophen in Schwellen- und Entwicklungsländern, wo Naturkatastrophen meist viel schwerwiegendere humanitäre Folgen haben", heißt es in der Bilanz.

Die schlimmsten humanitären Folgen hatte laut Munich Re der Taifun "Bopha", der im Dezember auf den Philippinen mehr als 1000 Menschen das Leben kostete. Der versicherte Schaden dort war aber nur gering. Ganz anders in den USA: 67 Prozent der volkswirtschaftlichen Schäden entfielen 2012 auf die Vereinigten Staaten, bei den versicherten Schäden lag der Anteil wegen der hohen Versicherungsdichte sogar bei 90 Prozent. Drei der weltweit fünf größten Katastrophen passierten dort, neben Wirbelsturm "Sandy" waren das die große Dürre im mittleren Westen und mehrere Tornados im März.

Munich-Re-Vorstand Torsten Jeworrek mahnte angesichts der großen Schäden in den USA mehr Vorsorge an. "Es wäre mit Sicherheit möglich, Ballungsräume wie New York besser vor den Folgen von Sturmfluten zu schützen", sagte der Manager. Das sei nicht nur volkswirtschaftlich sinnvoll, sondern könne auf längere Sicht auch Versicherungen günstiger machen. Vor allem rechnet der Konzern wegen des Klimawandels langfristig mit mehr Katastrophen auch und gerade in den USA.

"Diese beiden Naturkatastrophen belegen eindrucksvoll, mit welchen Ereignissen wir künftig häufiger rechnen müssen", sagte der Leiter der Geo-Risiko-Forschung der Munich Re, Prof. Peter Höppe. Viele Studien gingen davon aus, dass es künftig in Nordamerika mehr Dürren geben werde. Auch dürften mehr Wirbelstürme den Norden der US-Ostküste treffen. Bis November 2012 sei das Jahr in den USA das wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1895 gewesen. Da internationale Klimaverhandlungen keine Fortschritte brächten, müsse unbedingt in Schutzmaßnahmen investiert werden.

Die fünf größten Naturkatastrophen 2012

Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re ermittelt jedes Jahr eine Bilanz der Naturkatastrophen. Ein Überblick über die Ereignisse, die 2012 die größten Sachschäden angerichtet haben:

Hurrikan "Sandy" richtet Ende Oktober in der Karibik und an der Ostküste volkswirtschaftliche Schäden von rund 50 Milliarden US-Dollar (38 Mrd Euro) an. Der Wirbelsturm fordert 210 Todesopfer.

Eine extreme Dürre von Juni bis September führt im mittleren Westen der USA zu Ernteausfällen, die einen volkswirtschaftlichen Schaden von rund 20 Milliarden Dollar (15 Mrd Euro) auslösen.

Mehrere Erdbeben, die schwersten am 20. und 29. Mai, verursachen in der italienischen Region Emilia Romagna Schäden in Höhe von 16 Milliarden US-Dollar (12 Mrd Euro). Insgesamt sterben 18 Menschen.

Überschwemmungen in China fordern Mitte Juli 151 Tote und richten Schäden in Höhe von 8 Milliarden Dollar (6 Mrd Euro) an.

Schwere Unwetter und Tornados treffen Anfang März vor allem den US-Bundesstaat Tennessee. Das Extremwetter richtet Schäden von 5 Milliarden Dollar (3,8 Mrd Euro) an. 41 Menschen sterben.

(dpa)
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