31.12.12

Astronomie

Erst Feuerwerk, dann Sternschnuppen

So sieht der Himmel über Hamburg Anfang Januar aus. Die Sternschnuppen haben ihren großen Auftritt gleich nach dem Jahreswechsel.

Von Thomas W. Kraupe
Foto: Planetarium Hamburg
Der Sternenhimmel über Hamburg im Januar 2013
Der Sternenhimmel über Hamburg im Januar 2013

Hamburg. Durch das Silvesterfeuerwerk würden sie glatt überdeckt - so passt es, dass die Sternschnuppen ihren großen Auftritt nicht gleich zum Jahreswechsel haben, sondern erst rund um den 3. Januar. Diese Quadrantiden sind der aktivste aller jährlich wiederkehrenden Meteorströme. Die Schnuppen scheinen alle aus der Gegend des ehemaligen Sternbildes Mauerquadrant zu kommen, heute Teil des Sternbildes Bärenhüter, unweit der Deichsel des Großen Wagens. Dieser Ausstrahlungspunkt der Sternschnuppen steht um etwa 2 Uhr morgens am höchsten über uns. Trotz des Scheines des abnehmenden Mondes sollte man in den Stunden vor Sonnenaufgang die Augen offen halten!

Zu Monatsbeginn leuchtet abends noch ein rundlicher Mond, der Abend für Abend immer später aufgeht. Schon am 4. Januar ist die Halbmondstellung erreicht, und vor Mitternacht stört uns dann kein Mondlicht mehr. Nach der Neumondstellung am 11. Januar schmückt ab 14. Januar die Mondsichel den Abendhimmel, und in der Nacht vom 26. auf den 27. Januar erleben wir die erste Vollmondnacht des Jahres.

Schon bei Einbruch der Dunkelheit ist das prächtige Sternbild Orion im Osten aufgestiegen. Hoch über unseren Köpfen fällt uns das "Himmels-W" auf, das von den hellsten Sternen der Kassiopeia gebildet wird. Die sieben Sterne des Großen Wagen finden wir nun, typisch für die Jahreszeit, halbhoch am Himmel im Nordwesten. Die drei Deichselsterne sind steil nach unten zum Horizont gerichtet, denn der Große Wagen klettert in den kommenden Stunden mit den Kastensternen voran immer höher.

Knapp über dem Westhorizont ist noch das Pegasusquadrat zu erkennen, von dem die Sternenkette der Andromeda steil nach oben aufragt.

Blicken wir nach Süden, so begegnen wir der wohl schönsten Sternenregion des Himmels - rund um das wie ein Schmetterling geformte Sternbild Orion, das uns mit seinen drei gleich hellen Gürtelsternen sofort auffällt. Die Linie der drei Gürtelsterne ist ein idealer Wegweiser; verlängern wir sie nach "links unten", so stoßen wir auf den bläulich weiß funkelnden Sirius im Großen Hund, den hellsten Fixstern des Himmels. Ziehen wir vom hellen Sirius eine Linie über die drei Gürtelsterne des Orions weiter hinauf, so treffen wir rechts über dem Orion auf Aldebaran, das rote Auge des Stiers - und darüber hinaus, noch höher am Himmel, auf das kompakte Siebengestirn, die Plejaden im Stier. Ein wunderschöner Sternhaufen für das Fernglas.

Längst ist uns daneben ein heller Lichtpunkt aufgefallen, der heller als alle Sterne leuchtet und der die ganze Nacht zu sehen ist. Es ist Jupiter, der größte Planet im Sonnensystem, der im Sternbild Stier zwischen dem rötlichen Aldebaran und dem Siebengestirn wandert. In der Nacht vom 21. auf den 22. Januar zieht der zunehmende Mond südlich an den Plejaden und an Jupiter vorbei. Ein echtes Highlight in diesem Monat!

Wer den Planeten Jupiter mit dem Fernglas beobachtet, der kann auch die Monde des Jupiters sehen: Bis zu vier seiner hellsten Monde sind schon bei geringer Vergrößerung rechts und links von ihm als winzige Lichtpunkte auszumachen, und man kann das reizvolle Spiel ihrer täglich wechselnden Stellungen verfolgen.

Der Riesenplanet Jupiter, der wie unsere Erde von unserem Stern Sonne beleuchtet wird, ist sicherlich das herausragende Himmelsobjekt des Monats - und kaum zu übersehen. Zwischen den beiden Sternhaufen der Plejaden und den v-förmigen Hyaden (die den Kopf des Stiers rund um Aldebaran markieren), wandert er an der schönsten Stelle des Tierkreises und steht die ganze Nacht am Himmel.

Capella strahlt 420-mal mehr Energie aus als unsere Sonne

Zurück zu den selbst leuchtenden, glühend heißen und hellen Sternen des Winters: Sie bilden ein große Sechseck - das "Wintersechseck" -, das sich rund um den Orion spannt. Neben Sirius und Aldebaran im Stier gehören auch Capella im Fuhrmann und Prokyon im Kleinen Hund sowie der Fußstern Rigel im Orion zu diesem Sechseck. Capella ist auch als Alpha Aurigae benannt. Der erste Buchstabe des griechischen Alphabets bezeichnet den hellsten Stern in einem Sternbild, und Auriga ist die lateinische Übersetzung des Fuhrmanns, des Wagenlenkers. Capella ist 42 Lichtjahre entfernt und immerhin 23-mal größer als unsere Sonne. Obwohl Capella nur geringfügig heißer ist, strahlt ihre riesige Oberfläche dennoch 420-mal mehr Energie aus als unsere Sonne. Nach Sirius ist Capella der hellste Stern am Winterhimmel.

Rund um Orion blicken wir in unseren eigenen Spiralarm der Milchstraße und sehen deshalb dort so viele außerordentlich leuchtkräftige Sterne in auffälliger Anordnung. Diese Sterne sind vor einigen zigmillionen Jahren aus den hier gelegenen riesigen Wasserstoff-Molekülwolken hervorgegangen. Ja, auch der Sternenhimmel, den wir als unveränderlich ansehen, verändert sich - allerdings erst nach Jahrhunderttausenden und Jahrmillionen.

Am Osthorizont tauchen bereits die Sterne des Frühlingssternbildes Löwe auf. Wer bis nach Mitternacht in die Sterne schaut, der wird auch die Tierkreissternbilder Jungfrau und Waage dort finden sowie den kleineren Bruder des Jupiters, Ringplaneten Saturn, der gegen 3 Uhr morgens im Südosten aufgeht. Unser Nachbarplanet Venus hat sich vollends aus der Nacht zurückgezogen. Erst in der beginnenden Morgendämmerung erscheint sie am Südosthorizont und beschließt als "Morgenstern" den Reigen der Nacht. Ende Januar wird es zunehmend schwierig, Venus noch in der hellen Morgendämmerung zu sehen - ihre Zeit als "Morgenstern" geht allmählich zu Ende. Auch Mars und Merkur sind nur etwas für Spezialisten in diesem Monat. Bei klarer Sicht kann man zumindest am Ende der Abenddämmerung den Mars noch kurz vor seinem Untergang im Südwesten sehen und am Monatsende sogar in Begleitung von Merkur.

Diese Monatssternkarte ist auch erhältlich im Planetarium Hamburg oder kann im Internet zusammen mit dem dazu gehörenden Sternen-Podcast herunter geladen werden: www.abendblatt.de/sterne

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