05.09.12

Kreislaufwirtschaft Bayern nutzen Hopfen zur Energiegewinnung

Der Bierabsatz sinkt weiter

Foto: dapd / dapd/DAPD

Der Bierabsatz sinkt weiter Foto: dapd / dapd/DAPD

Die Bayern trinken nicht nur gerne Bier, jetzt verwenden sie auch dessen Zutaten zur Energiegewinnung: Mit Hopfen-Häckseln wird künftig eine Bio-Erdgasanlage betrieben – ein weltweit einmaliges Projekt

Das berühmte bayerische Bier wird laut Reinheitsgebot nur mit Gerste, Hopfen und Malz gebraut. Der Hopfen, der auf riesigen Flächen in Bayern wächst, soll künftig aber noch zu ganz anderen Wohltaten verwendet werden: als Biogas zum Heizen oder als Stromquelle.

Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hat im oberbayerischen Wolnzach eine nach Betreiberangaben weltweit einmalige Bio-Erdgasanlage in Betrieb genommen. Erstmals würden darin hauptsächlich beim Hopfenabbau anfallende Rebenhäcksel zur Biogas-Produktion eingesetzt.

Die rund 20 Millionen Euro teure Anlage liefert 1000 Kubikmeter Gas in Erdgasqualität in der Stunde und kann den Energiebedarf von 5000 Haushalten decken.

"Das ist Kreislaufwirtschaft in Perfektion"

"Hier wird das Potenzial der Region als größtes zusammenhängendes Hopfenanbaugebiet der Welt genutzt. Das ist Kreislaufwirtschaft in Perfektion", sagte Seehofer beim Festakt im Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm. Auf dem Weg in ein neues Energiezeitalter seien solche innovativen und kreativen Ideen nötig.

In der Anlage werden pro Jahr 100.000 Tonnen Biomasse umgewandelt – 70 Prozent aus Hopfenreben. Der Rest besteht aus Mais, Silage und Gras. "Für unsere Hopfenanbauer bedeutet dieses Verfahren eine zusätzliche Wertschöpfung", sagte der Vorsitzende der Hopfenverwertungsgenossenschaft, Johann Pichlmaier.

Pro Tonne Trockenmasse bekommen die Landwirte 18 Euro. Zusätzlich sparen die Anbauer teure Lagerkapazitäten.

(dpa/ans)