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Hintergrund

Wie sicher ist Krümmel?

Der Störfall in Kernkraftwerk Krümmel, hat bundesweit die Diskussion um Kernkraftwerke, die Nutzung von Kernenergie und den Ausstieg aus dem Atomstrom wieder angefacht.
Foto: DPA

Der Störfall in Kernkraftwerk Krümmel, der heute auch in der Bürgerschaft Thema ist, hat bundesweit die Diskussion um Kernkraftwerke, die Nutzung von Kernenergie und den Ausstieg aus dem Atomstrom wieder angefacht. Dabei geht es auch um die unterschiedlichen Reaktortypen, die in Deutschland in Betrieb sind. Das Abendblatt stelt die verschiedenen Typen vor:

Druckwasser-Reaktoren

Acht Druckwasserreaktoren sind in Deutschland aktuell am Netz, darunter die Kernkraftwerke Brunsbüttel, Unterweser und Grohnde. Prinzip: Bei der Kernspaltung im Reaktorblock erzeugte Wärme erhitzt im Primärkreislauf Wasser auf über 300 Grad. Über einen Wärmetauscher wird die Wärmeenergie an das Wasser im Sekundärkreislauf abgegeben. Es verdampft und treibt Turbinen zur Stromerzeugung an.

Durch das Zwei-Kreissystem bleiben die radioaktive Stoffe aus dem Reaktorkühlwasser auf den ersten Kühlkreislauf beschränkt. Kommt es zu einem Leck im Primärkreislauf, verringert sich das Kernspaltungstempo von allein – zunächst. Wenn Brennelement-Hüllen überhitzen und schmelzen, droht ein GAU.

Weiterentwicklungen der Druckwasserreaktoren sind die Konvoi-Reaktoren, der modernste und sicherste AKW-Typ in Deutschland. Nur drei Anlagen entsprechen diesem Bautyp: Emsland, Isar 2 und Neckarwestheim.

Siedewasserreaktor

Sechs Kernkraftwerke dieses Bautyps stehen in Deutschland, darunter in Krümmel und Brunsbüttel. Das Prinzip: Wärme aus der Kernspaltung erhitzt auch hier im Primärkühlkreislauf Wasser, das verdampft. Der Dampf treibt aber direkt Turbinen zur Stromerzeugung an, der radioaktive Kreislauf ist damit nicht auf den Sicherheitsbehälter mit den Brennstäben beschränkt. Problem: Bei einem Leck im Primärkreislauf könnten leicht große Mengen Radioaktivität an die Umwelt abgegeben werden (geschah 1978 im AKW Brunsbüttel). Laut Studien von Umweltverbänden über Krebsfälle um AKW-Standorte soll es bei diesen Reaktoren überdurchschnittlich hohe Krankheitsraten geben. Ebenso wird die Gefahr für einen GAU bei diesen AKWs besonders hoch eingeschätzt. abendblatt.de

 

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