Montag, 28. Mai 2012, 06:55

Abendblatt als Startseite | Aboservice | E-Paper

www.abendblatt.de

  • E-Mail
  • Singles
  • Branchenbuch
  • Jobs Hamburg
  • Immobilien Hamburg
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Rechner
  • Ticket kaufen

Wissen

Gefährliches Unkraut

Vorsicht vor Killerpflanze Jakobskreuzkraut

Sie vermehrt sich rasant auf deutschen Feldern und ist hochgiftig: die Pflanze Jakobskreuzkraut. Einen Todesfall gab es auch schon - ein Neugeborenes starb, weil seine Mutter in der Schwangerschaft große Mengen eines Gesundheitstees trank, der das Kraut enthielt. Das Baby wurde durch Giftstoffe des Jakobskreuzkrauts geschädigt.

Jacobskeuzkraut: Die Planze ist so schön, wie giftig.
Foto: DPA

Bonn. Eine auch für den Menschen gefährliche Giftpflanze verbreitet sich in Deutschland rasch: das Jakobskreuzkraut. Das gelb blühende Gewächs produziert sogenannte Pyrrolizidinalkaloide, die in geringen Mengen langfristig Leberkrebs und in großen Mengen direkt einen Leberschaden verursachen können, wie Experten von der Bonner Universität berichteten. Es starb sogar schon ein Mensch in Zusammenhang mit Pyrrolizidinalkaloiden: In Baden-Württemberg gebahr eine Mutter ein Baby, das kurz darauf verstarb. Die Mutter hatte in der Schwangerschaft große Mengen eines Gesundheitstees getrunken, der die Pflanze enthielt, wie Helmut Wiedenfeld von der Bonner Universität berichtete. Dadurch wurde das Kind schon im Mutterleib geschädigt.

Besonders gefährdet sind Pferde. "Inzwischen häufen sich in ganz Deutschland Todesfälle bei Pferden", berichtete Wiedenfeld. Generell bestehe zwar kein Grund zur Panik. "Aber wir müssen die Pflanze mit aller Macht bekämpfen, auch mit Herbiziden." Die genügsame Pflanze wächst am Wegesrand oder auf Weiden. Ihre wachsende Verbreitung sei auch darauf zurückzuführen, dass Brachflächen nicht mit Herbiziden behandelt würden und dort bereits "riesige Monokulturen" entstünden, erläuterte Wiedenfeld. Forscher am Pharmazeutischen Institut der Universität Bonn untersuchen, ob die toxischen Stoffe auch in die Nahrungsmittelkette kommen können. Sie gehen unter anderem dem Hinweis nach, dass das Gift in die Milch von Kühen gelangen könnte, die das Jakobskreuzkraut gefressen haben. dpa/abendblatt.de

 

Artikel versenden

Bitte füllen Sie alle mit * gekennzeichneten Felder aus