05.09.12

Spargeld 31. August 2012 | test 9/2012

Geld anlegen ohne Angst

Internetbanken bieten hohe Zinsen. Aber ist das Geld dort auch sicher?

Die anhaltende Finanzkrise verunsichert Sparer. Sie fragen sich, wo sie ihr Geld noch gefahrlos anlegen können. Ausgerechnet weitgehend unbekannte Direktbanken wie Amsterdam Trade Bank, Garantibank, NIBC Direct oder Rabodirect bieten attraktivere Zinsen für Tages- und Festgeld als deutsche Filialbanken. Ist das Geld dort sicher? Was, wenn sie pleitegehen? Die Stiftung Warentest gibt Antworten.

Alle aufgezählten Banken haben ihren Sitz in der Europäischen Union. Hier sind die Guthaben pro Sparer und Bank in Höhe von 100 000 Euro gesetzlich geschützt. Das haben die EU-Staaten so festgelegt. Außerdem: Nach einer Bankpleite sind Sparguthaben binnen sieben Tagen zurückzuzahlen, spätestens aber nach 20 Tagen. Es ist davon auszugehen, dass die notwendigen Anträge im Internet schnell auch in deutscher Sprache zu finden wären.

Nicht nur ausländische, sondern auch deutsche Direktbanken bieten höhere Zinsen als Filialbanken und Sparkassen. Sie können das, weil sie viel niedrigere Kosten haben als zum Beispiel Sparkassen. Direktbanken verfügen oft nur über eine Niederlassung und beschäftigen viel weniger Mitarbeiter.

Viele Banken mit fremden Namen sind deutscher, als man denkt. So handelt es sich bei der Santander Consumer Bank um eine eigenständige deutsche Tochter der spanischen Mutter Banco Santander. Auch die ING-Diba ist ein deutsches Institut, Tochter der niederländischen ING-Gruppe. Würden diese Töchter pleitegehen, müsste die deutsche Einlagensicherung die Guthaben der Sparer ersetzen. Ebenfalls eigenständige deutsche Töchter sind die Direktbanken Isbank, Oyak Anker Bank, Akbank, Ziraat Bank und GE Capital Direkt. Auch für sie gilt die deutsche Sicherung.

In der Bundesrepublik sichern die meisten Institute Spargeld nicht nur in Höhe von 100 000 Euro durch die gesetzliche "Entschädigungseinrichtung deutscher Banken" ab. Sie sind zusätzlich Mitglied im freiwilligen Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken. Der schützt Guthaben in Millionenhöhe. Sparkassen und Genossenschaftsbanken haben eigene Sicherungssysteme.

Die Sicherungssysteme können nur in Einzelfällen helfen. Bei einem massenhaften Zusammenbruch wären alle Systeme überfordert. Am Ende könnte nur die Regierung helfen. Sie müsste mit Geldspritzen in Milliardenhöhe die Insolvenz der jeweiligen Bank abwenden. Das hat die Bundesregierung zum Beispiel bereits im Fall der Commerzbank und der IKB-Bank zu Beginn der Finanzkrise im Jahr 2008 getan. Angst um sein Erspartes muss also niemand haben – jedenfalls nicht, wenn es sich um eine Bank mit Sitz in der EU handelt.