Überweisung ins Ausland 17. Juli 2012, Finanztest 8/2012
Schnell und günstig ans Ziel
Besonders einfach sind Überweisungen innerhalb Europas.
(ftd) Früher waren Auslandsüberweisungen umständlich und teuer. Heute können Bankkunden ihr Geld viel einfacher auf den Weg bringen und es kommt schneller ans Ziel – vor allem in Europa. Die Zeitschrift Finanztest beantwortet in ihrer aktuellen Ausgabe die wichtigsten Fragen zu Überweisungen innerhalb und außerhalb Europas.
Europaweit gelten einheitliche Standards für bargeldlose Zahlungen wie Überweisungen, Kartenzahlungen und seit neuestem Lastschriften. Die 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sowie Island, Liechtenstein und Norwegen bilden einen gemeinsamen Zahlungsraum. Er heißt "Single Euro Payment area", kurz Sepa. Eigentlich gehören auch Monaco und die Schweiz dazu, aber einige Banken dieser Länder halten sich nicht an die Sepa-Regeln.
Was kostet eine Sepa-Überweisung und wie lange dauert es, bis das Geld beim Empfänger angekommen ist?
Eine Sepa-Überweisung darf nicht mehr kosten als eine Inlandsüberweisung. Es kommt also darauf an, welches Kontomodell Sie haben. Wenn Sie ein kostenloses Girokonto haben oder eine Pauschale bezahlen, die alle Buchungen umfasst, kostet Sie die Überweisung nichts extra. In einer Sepa-Überweisung müssen Sie den Betrag in Euro angeben, er darf 50 000 Euro nicht überschreiten.
Seit 2012 darf eine Überweisung von einer Bank zur anderen innerhalb Europas nur noch einen Bankarbeitstag dauern – wenn der Kunde den Auftrag online erteilt hat. Wird die Überweisung auf einem Vordruck abgegeben, bleiben der Bank zwei Tage Zeit.
Muss ich für eine Überweisung innerhalb Europas andere Angaben machen als für eine Überweisung innerhalb Deutschlands?
Sie müssen den Betrag, den vollständigen Namen des Empfängers, seine Bankleitzahl und seine Kontonummer angeben. Die nötige internationale Kontonummer Iban (International Bank Account Number) und die internationale Bankleitzahl Bic (Bank Identification Code) weichen von den bekannten nationalen Nummern ab.
Eine deutsche Iban besteht einheitlich aus 22 Stellen. Sie setzt sich aus dem Länderkürzel (DE), einer zweistelligen Prüfziffer sowie der nationalen Kontonummer und Bankleitzahl zusammen. Woher kommt die fremde BIC?
Muss ich für eine Überweisung in ein europäisches Land einen besonderen Vordruck verwenden?
Ja, auf den Formularen steht oben "Sepa-Überweisung" oder "Euro-Überweisung", manchmal auch beide Bezeichnungen. Der Vordruck ähnelt dem Formular, das Sie von Inlandsüberweisungen kennen.
Ich überweise innerhalb Deutschlands immer online. Geht das auch bei einer Sepa-Überweisungen?
Ja, das geht. Sie müssen nur wieder auf das richtige Formular achten.
Wenn Sie den Bereich Überweisungen oder Banking im Internetauftritt Ihrer Bank aufgerufen haben, können Sie die Überweisungsart meist wählen. Die Berliner Sparkasse bietet zum Beispiel drei Varianten an: Inland, EU/Sepa und Ausland. Andere Banken unterscheiden nur zwischen Euro-Überweisung und Auslandsüberweisung.
Sobald Sie auf das passende Format klicken, erscheint ein Vordruck auf dem Bildschirm, wie Sie ihn vom Onlinebanking innerhalb Deutschlands kennen. Sie füllen das Formular aus und geben die Überweisung genauso wie sonst mit einer Transaktionsnummer (Tan) frei.
Meine Bank bietet auch noch Auslandsüberweisungen an. Was ist da anders als bei der Sepa-Überweisung?
Auslandsüberweisungen sind Überweisungen in fremder Währung oder in Länder, die sich nicht an Sepa beteiligen. Das Formular unterscheidet sich etwas von den bekannten Vordrucken für Inlandsüberweisungen. Sie müssen neben Betrag, Name, Kontonummer und Bankleitzahl zusätzlich die Adresse des Empfängers und der Empfängerbank eintragen.
Für Auslandsüberweisungen brauchen Sie nicht unbedingt die internationale Kontonummer und Bankleitzahl des Empfängers. Sie funktioniert auch mit den nationalen Kennzahlen seines Landes.
Wie viel muss ich für eine Auslandsüberweisungen bezahlen?
Die Kosten für Auslandsüberweisungen sind nicht einheitlich festgelegt, stehen aber meist im Preisverzeichnis der Banken. Es gibt unterschiedliche Modelle: manche unterscheiden, ob der Kunde einen Beleg abgibt oder den Auftrag online anweist, andere staffeln den Preis nach der Überweisungshöhe.
Bei der Postbank kostet eine Onlineüberweisung auf ein Girokonto außerhalb der Europäischen Union 1,50 Euro, dieselbe Überweisung mit dem Papierformular 8,50 Euro. Die ING Diba staffelt den Preis nach Betrag: Für eine Überweisung bis 500 Euro berechnet sie 10 Euro, für höhere Summen sind es mindestens 20 Euro.
Außerdem wird manchmal noch eine Fremdkostenpauschale fällig. Die kann schon mal 25 Euro betragen. Für die Umrechnung in fremde Währung berechnen die Banken meist eine Courtage von einigen Promille des Überweisungsbetrags. Bei der Haspa sind es 0,025 Promille, mindestens jedoch 2,50 Euro.
Kann ich dafür sorgen, dass Empfänger im Ausland das Geld ohne Abzug von Gebühren bekommen?
Ja, bei einer Auslandsüberweisung können Sie bestimmen, wer die Gebühren bezahlt. Wenn Sie alle Kosten allein tragen wollen, wählen Sie im Formular "Our". Sollen die Kosten zwischen Ihnen und dem Empfänger geteilt werden, müssen Sie "Share" auswählen. Schließlich ist es auch möglich, die Kosten komplett dem Empfänger zu übertragen, das heißt dann "Ben".
Finanztest-Tipps
Formular. Fragen Sie bei Ihrer Bank, wenn Sie nicht sicher sind, welches der richtige Vordruck für Ihre Überweisung ins Ausland ist. Mit einem falschen oder falsch ausgefüllten Formular kann die Überweisung lange dauern und teuer werden.
Kontonummer. Die internationale Kontonummer und Bankleitzahl (Iban und Bic) des Empfängers finden Sie auf der Rechnung, die Ihnen zum Beispiel der Vermieter für Ihre Ferienwohnung in Frankreich stellt, wenn nicht, fragen Sie dort nach. Ihre eigene Iban und Bic finden Sie meist auf dem Kontoauszug.
Währung. Überweisen Sie auch in EU-Länder mit fremder Währung den Betrag in Euro. Andernfalls wird aus der Sepa-Überweisung eine Auslandsüberweisung. Das wird teuer.
Sorgfalt. Überprüfen Sie Empfänger und Kontonummer in Onlineüberweisungen sorgfältig. Die Bank kontrolliert nicht mehr, ob Ihre Angaben zusammenpassen.
Dauer. Planen Sie für eine Auslandsüberweisung in außereuropäische Länder genug Zeit ein. Ihr Geld wird länger als zwei Tage unterwegs sein, in entlegene Orte der Welt kann es bis 20 Tagen dauern.
