30.05.12

Bluetooth-Headsets 25. Mai 2012 | test 6/2012

Kabellose Freiheit

Guter Klang ist selten. Viele Modelle haben einen schwachen Akku.

Stundenlang telefonieren, ohne dass der Arm schwer wird. Musik hören bei der Hausarbeit und kein Kabel baumelt in der Gegend herum. Funkgesteuerte Headsets machen es möglich. Die Geräte nutzen die Bluetooth-Technik, ein vor etwa 20 Jahren entwickeltes Verfahren für die drahtlose Datenübertragung über kurze Distanzen, zum Beispiel zu Smartphones, MP3-Spielern, Tablets oder PCs. Die Stiftung Warentest hat elf Geräte geprüft: sechs kleine, leichte In-Ohr-Kopfhörer und fünf große ohraufliegende Kopfhörer. Nur drei sind gut.

In-Ohr-Kopfhörer werden in den Gehörgang geschoben und dichten ihn oft stark ab. Das ist für viele gewöhnungsbedürftig. Obwohl in der Öffentlichkeit wieder häufig sehr große Kopfhörer getragen werden, könnten die ohraufliegenden Modelle für manche zu auffällig sein. Deutlich schwerer sind sie auf jeden Fall. Welche Bauart der Nutzer wählt, entscheidet letztlich der persönliche Geschmack. Gute Testergebnisse gibt es in beiden Gruppen.

Zunächst fällt auf: Bei vier In-Ohr-Modellen ist es mit dem Kabelsalat keineswegs vorbei. Diese Headsets verfügen über ein Bedienteil, das mit den Einsteck-Ohrhörern über Kabel verbunden ist. Bei den wirklich kabellosen ohraufliegenden Headsets befinden sich die Bedienelemente in einem der Ohrhörer. Nur das Logitech sieht mit seinem ausklappbaren Mikrofon wie ein "richtiges" Headset aus.

Alle getesteten Geräte können mindestens Telefongespräche annehmen und beenden, Sprache über das eingebaute Mikrofon in Telefonqualität übertragen, die Lautstärke regeln, und sie bieten eine Audio-Wiedergabe in Stereoqualität.

Vier Modelle schneiden bei den Hörtests gut ab, der Philips SHB9100 einen Tick besser als die anderen. Die Warentester beschreiben seinen Klang als angenehm und ausgeglichen. Dennoch kommt das Headset im Prüfpunkt Klang nur auf befriedigend. Das liegt an der miesen Qualität des Mikrofons. Ausgeglichen gute Kopfhörer- und Mikrofonqualität bietet das Sony Ericsson MW600. Auch die Bügelkopfhörer-Sets von Logitech und Sennheiser überzeugen beim Hörtest, das erste mit einem ausgewogenen Klang, das zweite mit brillanten Höhen.

Der beste Klang nützt nichts, wenn der Kopfhörer zwickt oder aus anderen Gründen untragbar ist. Probleme bereiteten den Testern die beiden In-Ohr-Modelle mit Nackenband. Besonders beim Creative ist es kaum möglich, einen angenehmen Sitz zu erreichen. Plantronics bietet zwar deutlich mehr Halt, sitzt aber auch nicht richtig. Einen sehr guten Tragekomfort bieten die ohraufliegenden AKG, Philips und Sennheiser, und sie sind einfach zu bedienen. Dass In-Ohr-Headsets beim Tragekomfort nicht zwangsläufig schlechter sind, beweist das Samsung-Modell.

Sechs Modelle fallen mit kurzen Akkulaufzeiten auf. Mit nicht einmal fünf Stunden Betriebsdauer belegen die In-Ohr-Modelle von Nokia und Creative hier die letzten Plätze.