29.12.11

Sonnenschutz im Winter 30. Dezember 2011 | test 1/2012

Auf der Piste

Nicht alle Winter-Sonnencremes schützen zuverlässig.

Wer im Winter einen Urlaub im verschneiten Hochgebirge plant, braucht einen möglichst fettreichen, vergleichsweise wasserarmen Sonnenschutz. Er soll die Haut nicht nur vor zu viel Sonne, sondern auch vor frostigen Temperaturen abschirmen. Die Stiftung Warentest hat acht Sonnenschutzmittel für den Winter getestet. Die Favoriten der Tester waren die Kombiprodukte aus Sonnencreme und Lippenschutzstift Sun Dance von dm für 84 Cent pro 10 Milliliter und Sun Ozon von Rossmann für 71 Cent. Ebenfalls zuverlässig, aber deutlich teurer ist Ladival aus der Apotheke: 3,45 Euro pro 10 Milliliter. Weder Ladival-Stift noch -Creme enthalten Parfümstoffe. Wen es nicht stört, zusätzlich einen Lippenschutz einzupacken, der ist auch mit den Cremes von Ilrido (2,38 Euro) und Mawaii (2,27 Euro) gut geschützt.

Auf einige Produkte ist jedoch kein Verlass. Die Sonnencremes von Garnier Ambre Solaire und Piz Buin unterschreiten den versprochenen Lichtschutzfaktor um mehr als 20 Prozent – das ist mangelhaft. Hier droht deutlich schneller Sonnenbrand, als der versprochene Lichtschutzfaktor 30 erwarten lässt. Ebenfalls mangelhaft, weil nicht vorhanden, ist der Schutz vor Ultraviolett-A-Strahlen beim Lippenschutzstift von Piz Buin. Warum dieser Stift nur einen Schutzfaktor von 20 verspricht, also weniger als die Creme für das Gesicht, ist unverständlich.

Die Sonnencremes für den Winter werden in Tuben mit oft nicht mehr als 20 Milliliter Inhalt angeboten. Das ist auf jeden Fall praktisch: Die kleinen Tuben passen in jede Jackentasche, auch mit zusätzlichem Lippenschutz. Passend zu ihrem Einsatzzweck sind die speziellen Winter-Sonnenschutzmittel fettreicher als der Sommer-Sonnenschutz, aber oft auch deutlich teurer. So kosten die Tübchen, die oft kaum länger als eine Woche ausreichen werden, zwischen knapp 2 und 17 Euro. Umgerechnet auf die Vergleichsmenge von 10 Milliliter sind das 71 Cent bei Sun Ozon von Rossmann und 4,70 Euro bei Piz Buin.

Der Kälteschutz wurde nicht getestet. Es fehlt eine anerkannte reproduzierbare Prüfmethode, die genügend Aussagekraft für frostige Tage auf der Piste hätte. Der einzige Anhaltspunkt, der wirklich für einen Kälteschutz spricht, ist der Emulsionstyp einer Creme. Bei fettreichen Rezepturen auf Ölbasis ist Schutz vor Kälte zu erwarten. Im Test bieten nur drei Cremes – Ladival, Mawaii und Tiroler Nussöl – diese sogenannten Wasser-in-Öl-Emulsionen.

Wer seinen Winterurlaub nicht in den Bergen, sondern zum Beispiel in der Karibik verbringt, dem werden die reichhaltigen Winter-Sonnenschutzmittel zu "schwer" sein. In diesem Fall sind leichtere, stärker wasserhaltige Sonnenschutzprodukte besser. Solche Mittel hat die Stiftung Warentest in test 7/11 vorgestellt. Für die aktuelle Veröffentlichung wurden Angebot und Preise aktualisiert.

Weitere Informationen und Testergebnisse: www.test.de/sonnenschutz