Drucken von Mobilgeräten 30. Dezember 2011 | test 1/2012
Druck mit Hindernissen
Tablet-Rechner und Smartphones tun sich beim Drucken noch schwer.
Mailen, surfen, Fotos zeigen: Moderne Smartphones und Tablet-Rechner können allerhand, für das bis vor Kurzem noch ein größerer PC nötig war. Besonders Tablets wie dem iPad von Apple traut so mancher zu, das klassische Notebook mehr oder minder zu ersetzen. Da kommt es umso überraschender, wenn etwas scheinbar Selbstverständliches damit auf einmal nur eingeschränkt funktioniert. Zum Beispiel das Drucken. Die Stiftung Warentest hat es mit einem iPhone, einem iPad und jeweils mit einem Android-Smartphone und -Tablet ausprobiert.
Drucker per USB-Kabel verbinden, Treiber installieren, losdrucken: So einfach wie vom PC gewohnt geht das weder mit dem Handy noch mit den meisten Tablets. Die Mobilgeräte wollen sich mit dem Drucker stattdessen per WLan-Funk verbinden. Voraussetzung: Ein WLan-Router und ein netzwerkfähiger Drucker, der sich ins Funknetz integrieren lässt. Einfache Billigdrucker bleiben da schon einmal außen vor.
Doch wie kommen Druckaufträge dann vom Tablet oder Smartphone auf den Drucker? Unter den gängigen mobilen Betriebssystemen hat derzeit nur Apples iOS eine Druckschnittstelle, mit der der Nutzer theoretisch aus beliebigen Apps drucken könnte. Die Technik heißt Airprint, und sie sorgt dafür, dass zum Beispiel im Menü des Safari-Internetbrowsers der Menüpunkt "Drucken" auftaucht. Doch es gibt Einschränkungen: Bisher unterstützen noch lange nicht alle Apps Airprint. Auch sind bei weitem nicht alle Netzwerk-Drucker am Markt Airprint-kompatibel. Außerdem bietet Airprint beim Drucken keinerlei Einstellungsmöglichkeiten: Papierart, Druckgröße und -qualität? Fehlanzeige. Immerhin: Wenn es funktioniert, funktioniert es recht einfach.
Wer keinen Airprint-tauglichen Drucker besitzt oder von einem Gerät mit Android-Betriebssystem drucken möchte, muss auf spezielle Druck-Apps zugreifen, wie sie die Druckeranbieter bereitstellen. Die Tester haben die Android- und iOS-Apps der wichtigsten drei Druckeranbieter, Canon, Epson und HP, geprüft. Die fallen recht unterschiedlich aus: Die von Canon kann zum Beispiel nur Fotos drucken. Epson und HP drucken in ihren iOS-Versionen auch Webseiten und Textdokumente, haben aber in den Android-Versionen noch Funktionslücken.
Immerhin bieten Drucker-Apps in der Regel mehr Einstellmöglichkeiten als beim Druck per Airprint-Technik. Zudem unterstützen viele von ihnen auch die Scannerfunktion von Multifunktionsdruckern. Doch bei Qualität und Komfort können auch sie mit dem Druck von PC und Notebook nicht mithalten. So werden Fotos oft beschnitten. Und bei Textdokumenten gelingen nur einfachere Layouts fehlerfrei. Die meisten Smartphone- und Tablet-Nutzer werden wohl ihre Fotos und Texte bis auf weiteres lieber per Mail oder USB-Kabel an den PC schicken, um sie dann bequemer von dort auszudrucken.
Weitere Informationen: www.test.de
