Überflüssige Versicherungen 23. September 2011 | test 10/11
Ausmisten
Viele geben Geld für unnötige Versicherungen aus. Wichtige fehlen aber.
Versicherungen helfen Menschen in Krisen. Sie zahlen Kunden Renten oder kommen für ihre Behandlungen und Anschaffungen auf, wenn Kunden nach unerwartetem Ereignis vor dem Ruin stehen. Gegen Berufsunfähigkeit, Verkehrsunfälle oder Krankheit sollte sich jeder absichern. Manche Versicherungen schützen aber nur vor wenigen Ereignissen oder decken Schäden ab, die ärgerlich, aber nicht existenzgefährdend sind.
Auf lange Sicht ist es günstiger, Handy-, Brillen- und Glasbruchversicherungen zu kündigen und stattdessen eine Geldreserve anzusparen. Unsinnig ist die Reisegepäckversicherung, meist zahlt sie sowieso nicht. Wichtiger ist eine Hausratversicherung, die den Neuwert gestohlener oder zum Beispiel durch Brand zerstörter Gegenstände erstattet. Sie lohnt sich für Menschen mit höherwertigem Hausrat – für Studenten eher nicht. Kaufbelege für wertvolle Gegenstände sollten Kunden aufbewahren.
Immobilienbesitzer brauchen eine Wohngebäudeversicherung. Denn ein Schaden am Haus kann selbst Wohlhabende existenziell gefährden, etwa wenn der Dachstuhl abbrennt. Wirklich unverzichtbar ist die private Haftpflichtversicherung. Jeder kann versehentlich fremdes Eigentum beschädigen oder andere verletzen – etwa, weil er unaufmerksam über die Straße läuft und einen Unfall verursacht. Der Schaden erreicht vielleicht eine hohe Summe. Hunde- und Pferdehalter, Bauherren, Öltankbesitzer, Vermieter von Immobilien brauchen oft speziellen Haftpflichtschutz.
Gesetzlich vorgeschrieben ist die Kfz-Haftpflichtversicherung für jeden, der ein Auto hat. Sie springt ein, wenn der Fahrer einen Unfall verursacht und dabei andere schädigt. Kaskoversicherungen erstatten Schäden am eigenen Fahrzeug, etwa nach einem Diebstahl, Sturmschäden oder Brand. Die Vollkasko springt zusätzlich ein, wenn der Fahrer einen Unfall verursacht hat oder andere Personen mutwillig das Fahrzeug beschädigen. Vielfahrer sollten sich für rechtliche Konflikte mit einer Verkehrsrechtsschutzversicherung wappnen. Unnötig ist eine Insassenunfallversicherung, denn Personen im Auto sind bereits durch die Haftpflicht des Unfallverursachers versichert.
Eine private Unfallversicherung leistet bei dauerhaftem Gesundheitsschaden durch Unfall meist einen einmaligen Betrag. Vor den finanziellen Folgen von Berufsunfähigkeit bietet diese Police aber wenig Schutz. Denn meist sind Krankheiten die Ursache dafür, dass Menschen aus ihrem Beruf ausscheiden müssen. Deshalb ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung viel wichtiger, weil sie dann eine Rente auszahlt – egal ob nach Unfall oder Krankheit. Für Kinder ist eine Kinderinvaliditätsversicherung besser geeignet als eine Unfallversicherung, aber auch teurer.
Reisende brauchen eine Auslandsreisekrankenversicherung, vor allem wegen des nirgends abgedeckten medizinisch notwendigen Rücktransports. Eine Risikolebensversicherung mit ausreichender Todesfallsumme sollten Menschen haben, die für andere sorgen. Sie bewahrt Angehörige vor finanziellen Katastrophen.



