23.12.11

Schnelles Internet 23. September 2011 | test 10/2011

Selten volles Tempo

Schnelles Internet? Viele Kunden bekommen nur Schneckentempo.

Viele DSL-Anbieter verkaufen gern höhere Bandbreiten als am Ende ankommen. 1&1, Alice, Telekom, Vodafone und Co. wecken in ihren Verfügbarkeits-Checks Hoffnung auf traumhafte Geschwindigkeiten. Die tatsächliche Geschwindigkeit können die Anbieter aber erst messen, wenn die Leitung freigeschaltet ist. Deshalb sichern sie sich in ihren Vertragsbedingungen ab. Dort steht "bis zu". Ein Persilschein sind die Regelungen dennoch nicht. Nach Ansicht der Amtsgerichte Fürth (Az. 340 C 3088/08) und Montabaur (Az. 15 C 268/08) haben Kunden ein außerordentliches Kündigungsrecht, wenn die tatsächliche Datenrate deutlich unter der versprochenen liegt.

Über langsame Verbindungen klagen auch Nutzer mobiler Surfsticks. Sie reichen häufig, um E-Mails zu versenden und Internetseiten ohne große Bilder zu laden. Doch für Videos und Fernsehen im Internet bräuchten Surfsticks rund 6 Megabit pro Sekunde. Die gibt es aber nur in modernen, mit der Beschleunigungstechnik HSPA (High Speed Packet Access) aufgerüsteten UMTS-Netzen, zu erkennen am "H" im Handydisplay. Solche Netze bauen die Mobilfunkbetreiber vornehmlich in Städten auf. Auf dem Lande sind Datenverbindungen langsamer.

Das schnellste Internet versprechen derzeit Kabelanbieter – bis zu 128 Megabit pro Sekunde. Zwar kommt auch dieses Tempo nur in der Nähe neuer Verteilerkästen an. Unterm Strich liefern Kabelnetze dennoch deutlich höhere Datenraten als DSL-Netze. Hintergrund: Das Fernsehprogramm verteilen die Kabelanbieter über Koaxialkabel. Für schnelle Internetübertragung sind sie den Kupferkabeln der Telekom deutlich überlegen. Aber Achtung: Im Fernsehkabel sinkt die Datenrate deutlich mit jedem weiteren Surfer. Wer ohne Nachbarn surft, bekommt hohes Tempo. Doch je mehr Surfer vom DSL-Netz aufs Fernsehkabel umsteigen, desto besser muss das Netz ausgebaut werden.

Wer weder über DSL-Leitung, noch über Surfstick, noch über Fernsehkabel schnelles Internet bekommt, dem bleibt nur Internet per Satellit. Das ist zwar teuer, aber überall verfügbar.