21.12.11

Langlaufski 25. November 2011 | test 12/2011

Fischer überall vorn

Fischer-Ski sind manchmal besser – Salomon-Ski sind immer billiger.

Im Ski-Langlaufzentrum auf dem Pitztaler Gletscher in den Tiroler Alpen hat die Stiftung Warentest ihre Testläufer unter optimalen Bedingungen in die extra angelegte Spur geschickt – vom erfahrenen Freizeitläufer bis zum ehrgeizigen Wettkämpfer. Getestet wurden alle Langlaufskiklassen: vom breiten und vergleichsweise kurzen Cruiser für Freizeit und Fitness bis zum langen, schmalen Sportski – Nowax-Ski und Wax-Ski.

Nowax-Ski haben im Bindungsbereich eine strukturierte Sohle als Abstoß- und Steighilfe, Schuppen genannt. Beim Wax-Ski sorgt ein "Klebewachs" für Haftung im Schnee. Für konditionsstarke Rennläufer wurden zwei Skating-Ski in den Test einbezogen. Testergebnis: Alle Ski hielten den Belastungen im Parcours locker Stand. Auch die Belastungstests, bei denen die Ski ein Mehrfaches des Körpergewichts eines Skifahrers aushalten müssen, konnten den Brettern nichts anhaben.

Maßgebend für die Qualität der Ski sind die Laufeigenschaften. In allen vier Produktgruppen stellt Fischer das gruppenbeste Produkt oder teilt sich den Spitzenplatz mit anderen Modellen. Die schlechteste Bewertung für einen Fischer-Ski lautet gut. Dazu gesellen sich noch Bestnoten in Verarbeitung und Haltbarkeit, beim Skater auch noch für die Lauf¬eigenschaften. Überraschend ist das sehr gute Abschneiden des Fischer-Cruisers Orbiter in der Laufharmonie, dem Verhalten des Skis beim Übergang zwischen der Gleitphase und dem Haften, wenn der Läufer mit dem jeweils anderen Ski Schwung holt. Fischer ist es gelungen, einen vergleichsweise kurzen und einfach zu steuernden Ski zu bauen, der sich mit längeren Ski, selbst mit Wax-Ski, messen kann.

An Wax-Ski wurden im Test höhere Anforderungen gestellt. Durch sorgfältiges Präparieren mit Gleit- und Haftwachs können die Laufeigenschaften individuell angepasst werden. Eine besondere Tücke bergen zu weiche oder falsch präparierte Wax-Ski. Kommt nämlich beim zentralen Zweibeinstand die Lauffläche im Bindungsbereich auf den Schnee, stoppen die Ski plötzlich, und es bedarf schon einiger Langlauferfahrung, dass der Läufer nicht stürzt. Das passiert auch mit einem korrekt abgestimmtem Ski beim Durchfahren einer Senke. Je höher das Tempo und je höher der Anpressdruck, desto eher hakt es.

Der Prüfpunkt Laufharmonie entfällt bei den beiden Skating-Ski. Es gibt hier keinen Lastwechsel wie bei den klassischen Modellen. Der Fahrstil ist vom Schlittschuhschritt abgeleitet, und da geht es auch immer nur vorwärts. Eine Steighilfe gibt es bei den Skating-Ski nicht. Die Leistungen der getesteten Skating-Ski unterscheiden sich um Zehntelnoten. Der Salomon-Ski kostet allerdings 100 Euro weniger als der Fischer.

In der Wax-Ski-Gruppe empfehlen sich besonders die gleich guten Atomic, Fischer und Salomon. Für Sparsame ist Salomon die erste Wahl. Das Duell Fischer und Salomon gibt es auch bei den Cruisern. Die Laufeigenschaften des Fischer-Ski sind eine halbe Note besser. Da lohnen sich 40 Euro Aufpreis. Bei den sportlichen Nowax-Ski reichen die Noten- und Kaufpreisunterschiede nicht für eine konkrete Empfehlung.

Weitere Informationen: test 12/2011 und www.test.de/langlaufski