21.12.11

Entspannungsverfahren 25. November 2011 | test 12/2011

Ruhe tanken

Als Stressbremse funktioniert am besten ein systematisches Training.

Das Bedürfnis nach Entspannung wächst. Ursache sind Alltagshektik und Stress im Job. Die Stiftung Warentest stellt die wichtigsten Entspannungsverfahren vor.

Stress findet nicht nur im Kopf statt. Er erzeugt auch heftige körperliche Reaktionen. Bei Ärger, Streit oder Zeitdruck schlägt das Herz schneller, der Blutdruck steigt, die Muskeln spannen sich an, Schweiß bricht aus. Die körperliche Stressreaktion stammt aus der Steinzeit und sollte die Leistungskraft unserer Vorfahren steigern, sie auf Kampf oder Flucht einstimmen. Wer aber relativ inaktiv am Schreibtisch oder im Auto sitzt, kann den Energieschub und die körperliche Aktivierung nicht nutzen.

Zu viel Stress macht krank, vor allem wenn er den Körper bis zum Daueralarm aufputscht. Um die Folgen zu vermeiden, sollte man mindestens einmal am Tag entspannende Aktivitäten oder auch ganz bewusst Nichtstun einplanen, um wieder aufzutanken. Faulenzen, aus dem Fenster schauen, spazieren gehen, Musik hören sind ein guter Ausgleich für Hektik und Arbeitsdruck.

Noch besser funktioniert aber ein systematisches Entspannungstraining als Stressbremse. Das haben Forscher in zahlreichen wissenschaftlichen Untersuchungen festgestellt. Die Stiftung Warentest informiert, dass sich neben der Stressbewältigung einige sogar im Rahmen von Therapieplänen zur begleitenden Behandlung von Erkrankungen eignen.

Zu den am besten untersuchten Entspannungsmethoden gehören die progressive Muskelentspannung und das autogene Training. Auch Yoga und Meditation haben sich bewährt, obwohl sie teilweise einen viel umfassenderen Ansatz zur Bewusstseinserweiterung verfolgen. Entspannungsverfahren helfen dabei, in kürzester Zeit den Spannungszustand des gesamten Organismus zu verringern.

Die meisten Techniken gehen von zwei grundlegenden Gemeinsamkeiten aus: langsamer, tiefer Atmung und lockeren, entspannten Muskeln. Gleichzeitig tragen sie dazu bei, die Reizflut von Wahrnehmungen einzudämmen und den Strom der Alltagsgedanken zu unterbrechen.

Alle Verfahren lassen sich am besten in einem Kurs erlernen. Zur Einführung und Vorbereitung können auch Bücher hilfreich sein. Welche Methode wem am besten hilft, kann jeder einzelne nur durch Ausprobieren herausfinden. Gut geeignet für Einsteiger sind die Übungen der Muskelentspannung, denn sie sind relativ schnell und einfach zu meistern.

Weitere Informationen: test 12/2011 und www.test.de