Soundbars 26. August 2011 | test 9/2011
Einen Riegel vorschieben
Soundbars bessern den Fernsehton auf. Aber Raumklang liefert keine.
Bei Soundbars, Zusatzlautsprechern in Stabform, handelt es sich um eine noch neue Produktgruppe. Der Name spielt auf deren Form an: Das englische Wort "bar" heißt Stab oder Stange. Billig ist der zusätzliche Spaß aber nicht. Ein LCD-Fernseher kostet durchschnittlich gut 600 Euro. Der Lautsprecherriegel von Teufel kommt auf 750 Euro. Dabei ist er nicht einmal teuflisch gut, Raumklang bietet auch er nicht. Den Warentestern gefielen mehr die Modelle um 500 Euro.
Das Prinzip ist einfach: Der Lautsprecherriegel wird vor oder unter dem Fernseher platziert und am besten via HDMI mit dem Fernseher verbunden. Oft gibt es eine separate Bassbox. Anschluss findet sie per Kabel oder via Funk. Beim ersten Einrichten werden die Lautsprecher des Fernsehers abgeschaltet. Das geht automatisch oder wird im Fernseher-Bedienmenü einmal eingestellt. Von nun an übernimmt der Soundbar den Ton. Der Erfolg ist hörbar, das wundert nicht. Aus abgemagerten, flachen Fernsehgehäusen kommt kein fetter Sound. Selbst die eher mäßig klingenden Soundbars von Lenco, Reflexion und Sharp können den Ton durchschnittlicher Fernseher verbessern. Bei den klanglich guten Tonriegeln ist der Fortschritt beeindruckend, speziell im Bassbereich.Die Tester schlagen jedoch Alternativen vor. Geht es nur um eine Klangverbesserung, bewirkt eine gute Stereoanlage meist mehr. Zusatzkosten für einen Soundbar entfallen dann. Für perfekten Fernsehton müssen die Lautsprecher der Stereoanlage aber beiderseits nahe am Fernseher stehen. Ton und Bild müssen ja aus einer Richtung kommen, damit alles harmonisch wirkt.
Wenn sich die Stereolautsprecher dort nicht platzieren lassen, ist ein Soundbar attraktiv. Aber Stereoanlage und Soundbar bieten keinen echten Raumklang – trotz des bei den Lautsprecherriegeln meist möglichen Surround-Modus. Der verändert das Klangbild zwar hörbar, doch nicht immer zum Besseren. Und ohne ringsum verteilte Lautsprecher bleibt Raumklang eine Illusion.
Immerhin können die angeschlossenen DVD- und Bluray-Spieler meist in den Standardeinstellungen bleiben. Das angelieferte Surroundsignal setzen die Soundbars schon irgendwie um. Nur Harman Kardon und Sharp passen bei den üblichen Dolby Digital- oder DTS-Signalen: Der Harman Kardon bleibt stumm, der Sharp schnattert dann laut. Beide beherrschen lediglich den bei Audio-CDs üblichen PCM-Ton, das muss im Bedienmenü des Zuspielers so eingestellt werden.
Hier zeigt sich ein Vorteil des geprüften Pioneer: Er versteht nicht nur alle relevanten Tonsignale, sondern hat auch Verstärkerausgänge für insgesamt sechs Lautsprecher. Der Soundbar oder drei separate Lautsprecher stehen vorn am Fernseher (rechts, Mitte, links), ein Anschluss versorgt die Bassbox, zwei Lautsprecher werden hinten platziert. So gibt es zum großen Fernsehbild den passenden Rundum-Kinosound.

