16.12.11

Matratzen 26. August 2011 | test 9/2011

Mit Komfort

Zwischen 400 und 840 Euro kosten gute Kaltschaummatratzen.

Knapp sechs Millionen Matratzen kaufen die Deutschen jedes Jahr. Bereits jede zweite davon ist eine Schaumstoffmatratze. Keine schlechte Wahl: 12 der 17 von der Stiftung Warentest geprüften Kaltschaummatratzen erreichten ein gutes Qualitätsurteil. Im wichtigsten Punkt, den Liegeeigenschaften, unterscheiden sie sich kaum voneinander.

Kaltschaum ist ein Kunststoff auf Erdölbasis, genauer gesagt ein Polyurethan. Für die Herstellung mischt man zwei chemische Komponenten – Isocyanate und Polyole – sowie einige Hilfsmittel. Das Gemisch schäumt von allein auf und wird innerhalb weniger Minuten fest. Kaltschaum muss im Unterschied zu Standardschaum zum Aushärten nicht mehr aufgeheizt werden – daher der Name. Der Schaumstoff wird meist in riesigen Blöcken geschäumt, aus denen später Maschinen computergesteuert Matratzenkerne herausschneiden.

Die Auswahl der Isocyanate und Polyole sowie deren Mischungsverhältnis bestimmt die Schaumqualität – mal fester, mal elastischer, mal härter, mal weicher. Aber auch das Wetter spielt beim Schäumen eine Rolle, denn Luftdruck, Luftfeuchtigkeit und Temperatur beeinflussen das Ergebnis. Und auch die Schwerkraft: So hat der untere Bereich in einem Schaumblock meist eine etwas andere Struktur und daher auch etwas andere Eigenschaften als der obere. Bemerkbar macht sich das zum Beispiel in einer unterschiedlichen Härte, je nachdem, ob die Matratze aus dem oberen oder dem unteren Teil des Blocks geschnitten wurde. Die Hersteller deklarieren den Block nur in einer Härte, weil er aus ein und demselben Gemisch gefertigt wurde. Die Unterschiede im Block können aber so groß sein, dass eine als weich gekennzeichnete Matratze eigentlich als mittelhart deklariert werden müsste. Verbraucher können sich daher auf die Härteangabe der Anbieter kaum verlassen.

So wenig hilfreich die Härteangaben, so übertrieben die Werbung. Seit Jahren behaupten zum Beispiel einige Anbieter, ihre Matratze sei "allergikergeeignet". Das ist irreführend. Zwar ist es gut, wenn ein Bezug waschbar ist, aber gegen die Allergene der Hausstaubmilben schützen nur spezielle Matratzenbezüge (Encasings). Andere Werbebotschaften sind schlicht grober Unfug, etwa die von Metzeler, ihre Matratzen würden atmen. Matratzen atmen nicht.

Matratzenkerne verfügen heute über allerhand Klimaröhren, Lüftungskanäle oder Schaumstofffedern. Große Unterschiede beim Liegen konnten aber weder die Probanden noch das Messlabor der Warentester ausmachen. Die Prüfergebnisse sind allerdings überwiegend positiv. Nur die Kontaktfläche ist bei den meisten Matratzen zu groß: Der Schlafende sinkt zu tief ein und kann sich nachts nicht mehr so gut bewegen. Der Schlaf ist weniger erholsam.

Manche Matratzen riechen nach dem Auspacken unangenehm, Breckle und Röwa auch nach vier Wochen noch intensiv. Das Ergebnis der Schadstoffprüfung ist aber durchweg positiv.