Jugend testet 24. Juni 2011 | test 7/2011
Batterien im Backofen
Alles testen, was interessiert. 1 860 Jugendliche machten diesmal mit.
Die besten Nachwuchstester Deutschlands hat die Stiftung Warentest auch in diesem Jahr in Berlin ausgezeichnet. Zuvor hatte die Jury die Qual der Wahl: Aus 461 Tests in den beiden Kategorien "Produkte" und "Dienstleistungen" musste sie die jeweils drei besten Arbeiten auswählen. Keine leichte Aufgabe, denn die Jugendlichen glänzten mit pfiffigen Ideen und viel Engagement.
Johannes Schubert aus Wiesloch in Baden-Württemberg zum Beispiel wollte herausfinden, welche Zündhölzer schneller brechen als andere. Dazu befestigte er unter anderem an den verschiedenen Zündhölzern einen Wassereimer. Die Idee: Je mehr Wasser das Zündholz tragen kann, ohne zu brechen, umso stabiler ist es. Für den Einfallsreichtum in seinem Zündholz-Test verliehen die Warentester ihm den zweiten Platz.
Knapp überholen konnten ihn nur noch Sebastian Binder und Paul Wunderlich aus Selb im Fichtelgebirge mit ihrem Batterien-Test. Und die Batterien hatten ganz schön zu leiden: zwei Monate im Garten, außerdem im Backofen und Gefrierschrank – eine gute Batterie sollte eben jedes Wetter schadlos überstehen, so die Schüler.
Einer von vielen Nagellack-Tests stammte von den Drittplatzierten, Lara Bernard, Hanna Stellberg, Rebecca Reinken und Katharina Scherpe aus Bonn. Im Selbstversuch bepinselten sie ihre Nägel in modischen Farben – schon nach fünf Minuten sollte der Lack trocken sein, sonst hieß es Punktabzug. Zu Hilfe nahmen sie einen einfachen Wattebausch: Blieben Fussel hängen, war der Lack noch klebrig.
In der Kategorie Dienstleistungstests standen in diesem Jahr Onlinedienste besonders hoch im Kurs. So auch bei den Siegerinnen Emma und Sophia Rauch aus Osterhofen in Niederbayern. Viele bunte Blumensträuße bestellten die beiden Schwestern im Internet, um Online-Blumenversender bewerten zu können. Sind die Blumen noch frisch, wenn sie zuhause ankommen? Sehen sie genauso aus wie auf dem Werbefoto? Kommt der Bote pünktlich? Auch ein freundlicher Kundenservice gehört dazu, dachten die beiden Schülerinnen, und nahmen mit allen Versendern Kontakt auf.
Mit dem dritten Platz ausgezeichnet wurde Daniel Steigerwald aus Alzenau im Spessart. Seine Untersuchung drehte sich um kostenlose Online-Berufswahltests – nicht ganz uneigennützig, denn er wollte auch selbst wissen, was er später einmal werden könnte. Stunden um Stunden verbrachte der Schüler mit den verschiedenen Fragebögen. Umso wichtiger stufte er den Faktor Kurzweil ein. Nicht so lang soll ein guter Berufswahltest sein und Spaß soll er auch machen, so sein Urteil.
Beim Test von Online-Übersetzungsprogrammen kam es indes zu kuriosen Ergebnissen. Die drei Testerinnen, Céline Vernin, Laura Seubert und Anna Gasper, versuchten es zuerst mit einzelnen Wörtern. Das schafften die elektronischen Übersetzer noch ganz gut. Bei ganzen Sätzen aber fielen sie mit Lösungen wie "Clock how much is it?" alle durch.
