13.08.12

Internet unterwegs

Surfen über den Wolken: Immer mehr Airlines bieten WLAN an

Schnell die Mails checken oder den Anschlussflug im Internet buchen: Immer mehr Airlines bieten Passagieren WLAN an Bord der Flugzeuge.

Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb/dpa
WLAN-Betreiber sollen künftig nicht mehr so schnell haften, wenn Nutzer gegen das Gesetz verstoßen
Immer mehr Airlines bieten an Bord auch WLAN

Berlin. Die letzte Bastion fällt: Flugzeuge waren zuletzt eine der letzten Smartphone- und Laptopfreien Zonen. Doch das ändert sich derzeit rasant. Kaum eine der großen Airlines kann es sich noch leisten, kein WLAN an Bord anzubieten – es wird technisch kräftig aufgerüstet. Doch die ständige Erreichbarkeit ist in vielen Fällen keineswegs billig. Ein Überblick:

Air Berlin: Zurzeit bietet Air Berlin kein WLAN an Bord seiner Flugzeuge an.

Air France: Im kommenden Februar will Air France KLM testweise zwei Boeing 777-300 mit WLAN ausrüsten. Auf welchen Strecken dies der Fall sein wird, steht ebenso wie die genauen Gebühren noch nicht fest.

American Airlines: Nationale Flüge mit Maschinen vom Typ Boeing 767-200 sowie einige MD 80 und Boeing 737 sind bei American Airlines bereits mit WLAN ausgerüstet. Der Preis schwankt zwischen 1,95 US-Dollar (1,60 Euro) für 15 Minuten und 39,95 Dollar (32 Euro) für einen Monat.

ANA: Die japanische Fluggesellschaft ANA führt im Sommer 2013 auf internationalen Strecken WLAN ein. Es soll an Bord in der gleichen Weise funktionieren wie ein WLAN-Hotspot am Boden.

Condor: Der Ferienflieger führt demnächst sein neues Entertainment-System ein, das Passagieren entweder über die eingebauten Monitore oder auf eigenen Geräten Zugang zu Video, Audio oder Spielen ermöglicht. Technisch wäre damit auch Internetempfang möglich, es ist derzeit aber nicht geplant.

+++Kostenloses WLAN am FlughafenFuhlsbüttel+++

Delta: Rund 800 Flugzeuge hat die amerikanische Airline bereits mit WLAN ausgestattet – nach eigener Aussage die weltweit größte Flotte von Flugzeugen mit Internetzugang. Die Gebühr beträgt 9,95 US-Dollar (8 Euro) auf Flügen bis drei Stunden, 12,95 Dollar (10,50 Euro) auf Flügen über drei Stunden. Die Jahreskarte kostet 399,95 US-Dollar (325 Euro). Bisher ist das Angebot jedoch nur auf inneramerikanischen Flügen verfügbar. Ab Anfang 2013 soll die internationale Flotte aufgerüstet werden. Der Fluggast erhält einen Zugangsgcode, mit dem er sich an Bord einloggen kann.

Emirates: Emirates bietet WLAN an Bord seiner gesamten A380-Flotte an. Diese fliegt unter anderem München, London, Paris, Manchester, und Amsterdam an. Es gibt vier verschiedene Optionen: Auf dem Handy entweder 2,75 Dollar (2,24 Euro) für 5 MB oder 15 Dollar (12 Euro) für 30 MB, auf dem Laptop 30 MB für 5 Dollar (4 Euro), 100 MB für 20 Dollar (16 Euro).

JAL: Im Juli hat die japanische Fluggesellschaft WLAN auf der Strecke zwischen New York und Tokio eingeführt. Bis Frühjahr 2013 sollen weitere Strecken folgen, darunter auch Frankfurt am Main, Paris und London. Die erste Stunde kostet 11,95 US-Dollar (10 Euro), 24 Stunden 21,95 Dollar (18 Euro). Das Bezahlen geht per Kreditkarte.

Lufthansa: 66 Langstreckenflugzeuge sind derzeit mit dem Lufthansa FlyNet ausgestattet. Damit verfügt die Kranich-Airline nach eigener Aussage über die weltweit größte Langstreckenflotte mit Internet. Abgedeckt sind Flüge nach Mittel- und Südamerika, in den Mittleren Osten, über den Nordatlantik, nach Japan, Korea und in die ehemaligen GUS-Staaten. Die Kosten richten sich nach der Surfdauer: Eine Stunde kostet 10,95 Euro, 24 Stunden 19,95 Euro – dies kann auch auf Umsteigeverbindungen genutzt werden.

SAS: Zehn Maschinen der Schweden sind derzeit mit WLAN ausgestattet. In der Einführungsphase ist dieser Service kostenlos.

South African Airways: Im Sommer 2013 planen die Südafrikaner die Einführung von WLAN. Dann soll ein erster Airbus A320 mit der entsprechenden Technik in Betrieb genommen werden.

Singapore Airlines: Derzeit gibt es bei Singapore Airlines WLAN an Bord einiger A340 und A380. Weitere Maschinen sollen in den kommenden Wochen damit ausgerüstet werden. Innerhalb von zwei Jahren sollen alle A340-500, A380 und Boeing 777-300 umgerüstet sein. Unter anderem auf der Strecke Singapur – Frankfurt – New York steht der Service bereits jetzt zur Verfügung. Der Preis richtet sich nach der Datenmenge: 29,95 US-Dollar (24 Euro) für 26 MB und 11,95 Dollar (10 Euro) für 10 MB. Passagiere können im Internet surfen und SMS versenden, Sprachtelefonie ist jedoch unterdrückt.

TAM: Derzeit ist bei der brasilianischen Airline WLAN nur auf Inlandsflügen verfügbar. 31 Flugzeuge sind damit ausgestattet. Sobald diese eine Flughöhe von 4000 Metern erreicht haben, können Passagiere im Internet surfen – und telefonieren. Die internationale Flotte soll von 2013 an vernetzt werden. Die Entgelte werden von den Telefonanbietern festgelegt.

TAP Portugal: Noch in diesem Jahr will die portugiesische Fluggesellschaft TAP auf allen Flügen nach Nord- und Südamerika drahtlosen Internetzugang anbieten. Das System wird zunächst in allen Maschinen vom Typ Airbus A330 installiert. Innerhalb von zwei Jahren sollen auch die Maschinen vom Typ A350 damit ausgerüstet werden. Das System ist mit allen WLAN-fähigen Geräten kompatibel und wird über die Kreditkarte abgerechnet. Die Kosten hängen vom Provider ab.

United: Die Installation von WLAN bei der amerikanischen Fluggesellschaft wird noch im Herbst beginnen. In diesem Jahr sollen 8 Maschinen, die im internationalen Verkehr eingesetzt werden, sowie 19 Flugzeuge auf inneramerikanischen Strecken das System erhalten.

Wie wehre ich mich gegen eine Internet-Kostenfalle?
Wie wehre ich mich gegen eine Internet-Kostenfalle?
Um aus einer Kostenfalle im Internet zu kommen, gibt es mehrere Wege: "In jedem Fall gilt: Nicht zahlen", rät das Bundesjustizministerium.
Unseriöse Anbieter setzen darauf, dass Verbraucher zahlen, aus Angst oder um Ärger zu vermeiden. Angebliche Ansprüche würden selten gerichtlich geltend gemacht.
Auf die erste Rechnung oder Mahnung sollte der Verbraucher innerhalb von vier Wochen reagieren und ausdrücklich der Zahlungspflicht sowie dem angeblichen Vertragsabschluss widersprechen.
Muster für einen solchen Brief stellen die Verbraucherzentralen bereit.
Gegen einen Mahnbescheid vom Gericht muss unbedingt auf dem beigelegten Formular Widerspruch eingelegt werden.
Dieser muss laut Ministerium innerhalb von zwei Wochen seit Zustellung des Mahnbescheids bei diesem Gericht eingegangen sein.
Wurde dies versäumt, muss unbedingt Einspruch gegen den nachfolgenden Vollstreckungsbescheid eingelegt werden.
Ist ein Minderjähriger in eine Kostenfalle geraten, sollten die Eltern dem Anbieter mitteilen, dass sie die erforderliche Zustimmung zur Vertragserklärung verweigern.
Bei Kindern unter sieben Jahren genügt der vorsorgliche Hinweis, dass kein Vertrag zustande gekommen ist. (dapd)
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