07.08.12Studie
1000 Twitter-Follower für 18 Dollar zu haben
Plötzlich folgen einem völlige Fremde mit komischen Namen. Es gibt im Internet einen regen Schwarzmarkt für falsche Twitter-Konten.
Foto: picture alliance / empics/PA Wire
Twitter-Follower kann man sich im Internet einfach kaufen
Innsbruck. Im Netz blüht ein lukratives Geschäft mit gefälschten Profilen im Online-Kurznachrichtendienst Twitter. Für durchschnittlich 18 Dollar (14,50 Euro) könne man sich 1000 sogenannte Twitter-Follower kaufen, ergab eine am Montag vorgestellte Studie des IT-Sicherheitsspezialisten Barracuda Networks.
Follower sind Nutzer, die den Mitteilungen eines Twitter-Mitglieds folgen. Es kann diverse Gründe geben, warum sich jemand mit falschen "Verfolgern" schmückt. Politiker oder Prominente können dadurch populärer wirken. Oder man kann die gekaufte Follower-Armee dazu nutzen, sich oder seine Produkte bekannter zu machen. Zum Beispiel über sogenannte Retweets – die Wiederholung von Botschaften an den eigenen Follower-Kreis. Der Studie zufolge liegt der Tarif für 2000 Retweets bei fünf Dollar.
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Barracuda richtete für die Untersuchung drei Twitter-Profile ein und kaufte im Netz ohne großen Aufwand für jedes davon von 20 000 bis 70 000 Follower ein. Die Analyse der gefälschten Accounts ergab unter anderem, dass gut 60 Prozent von ihnen weniger als drei Monate alt sind. Weitere Auffälligkeit: Die falschen Twitterer folgen vielen anderen Nutzern – aber nie mehr als 2001, weil das offenbar die Grenze ist, ab der der Dienst genauer hinsieht. Twitter ist in einem permanenten Kampf gegen die Fälscher, kommt aber nicht hinterher. Laut Barracuda werden die Gruppen gefälschter Accounts von "Dealern" gemanagt, die darauf achten, den Bogen nicht zu überspannen.
Das Problem war zuletzt ihn den USA ins Rampenlicht geraten, nachdem der republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney binnen zwei Tagen gut 140 000 neue Twitter-Follower bekommen hatte. Sofort wurden Vorwürfe laut, dabei könne es nicht mit rechten Dingen zugehen. Barracuda kam nach einer Überprüfung der knapp 153 000 neuesten Romney-Fans zu dem Schluss, dass sie "nicht aus der echten Twitter-Community stammen". Denn ein Viertel dieser Profile sei weniger als drei Wochen alt gewesen. Und jeder zehnte sei bereits von Twitter suspendiert worden.
Facebook-ABC: A wie "Aussteigen" bis Z wie "Zuckerberg"
Von Facebook offiziell wieder los zu kommen und dabei auch all seine Daten wieder mitzunehmen, ist gar nicht so einfach. Facebook bietet zunächst an, ein Profil zu "deaktivieren", um es bei nächster Gelegenheit wieder aufwachen zu lassen. Das Löschen eines Kontos ist erst der zweite Schritt. Datenschützer kritisieren zudem, dass Facebook auch dann nicht alle Daten von seinen Servern löscht.
Er bringt Freud und Leid, wie in der Liebe: Wer den Beziehungsstatus bei Facebook ändert, informiert seine Freunde nicht nur darüber, dass er frisch verliebt, nun verlobt oder dann gar verheiratet ist – sondern bei weiteren Änderungen im Privatleben auch darüber, dass er wieder Single oder gar die Ehe dahin ist. Dafür erhalten die Freunde beim Wechsel des Status' eine Nachricht.
Obwohl der US-Konzern eine ganze Büroetage in Hamburg belegt, beharrt er darauf, dass seine juristische Vertretung in Europa in Dublin liegt. Deshalb gelte für Facebook das irische Datenschutzrecht. Das aber ist deutlich laxer. Der deutsche Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar pflegt trotzdem ein eigenes Profil bei Facebook. Er will so eigene Erfahrung sammeln.
Wer bei Facebook einen Kontakt hinzufügt, macht die Person, wenn sie denn zustimmt, automatisch zum Freund – ob er denjenigen gut kennt oder nicht. Der durchschnittliche Nutzer auf Facebook hat inzwischen 138 Freunde.
Klicks auf die Schaltfläche mit diesem Ausruf und dem nach oben zeigenden Daumen füttern das Gehirn von Facebook: Das Netzwerk weiß damit, welche Personen, Produkte oder Artikel seine Nutzer mögen. Das geht sogar außerhalb von facebook.com, wenn andere Internetseiten den "Gefällt mir" Knopf benutzen. Laut Facebook klicken Nutzer pro Tag zwei Milliarden Mal "Gefällt mir!".
Facebook hat als erstes soziales Netzwerk eine Technologie eingeführt, die biometrische Daten seiner Nutzer gezielt auswertet – ausgelesen aus den Profilbildern. Lädt ein Nutzer ein Foto hoch, das Freunde zeigt, erkennt Facebook, wer darauf zu sehen ist und bietet an, das Foto mit dem jeweiligen Profil zu verknüpfen.
Mark Zuckerberg gründete Facebook 2004 in einem Studentenwohnheim der Bostoner Elite-Uni. Zunächst stand das Netzwerk nur Studenten an bestimmten Universitäten, dann nur Menschen mit einer Uni-E-Mail-Adresse offen.
Facebook verlangt, dass sich Nutzer unter ihrem echten Namen anmelden. Falsche Profile können theoretisch gelöscht werden. Das passiert aber nur sehr selten, etwa wenn sie gemeldet werden. Erst einmal in den USA hat Facebook nun damit begonnen, Profile prominenter Nutzer eigenständig zu verifizieren. Dafür wollen die Macher des Netzwerks tatsächlich auch die Personalausweise sehen.
Auf dem Markt der sozialen Netzwerke machen Facebook vor allem zwei Kontrahenten zu schaffen: Der 140-Zeichen-Dienst Twitter und der Internet-Gigant Google. Der hat im Herbst 2011 sein Google Plus freigeschaltet, das ähnlich wie Facebook funktioniert. Den deutschen Klon StudiVZ hat Facebook weitgehend abgehängt. Die VZ-Netzwerke planen nun für den Sommer eine Neuausrichtung.
Der Gründer von Facebook, Mark Zuckerberg, will sich mit seiner Plattform auch gesellschaftlich engagieren: Seit diesem Frühjahr finden Nutzer in ihren Profilen Felder vor, in denen sie sich für Organspenden aussprechen können. Diese Option wurde aber erst einmal nur in den USA und in Großbritannien eingeführt. Ob und wann Facebook auch in Deutschland Organspenden fördert, ist offen.
Der Software-Gigant Microsoft ist nicht nur an Facebook beteiligt, sondern arbeitet mit ihm auch eng zusammen. So hat Facebook die Technologie Skype für Videokonferenzen übernommen, nachdem Microsoft den Dienst gekauft hat. Außerdem integriert Facebook zunehmend Microsofts Suchmaschine Bing in sein System.
Prominente ziehen auch bei Facebook die Aufmerksamkeit auf sich. So verfolgen allein 55 Millionen Nutzer Nachrichten vom Popstar Rihanna, bei Lady Gaga sind es 50 Millionen. Mit dabei sind auch deutsche Promis wie der Fußballer Manuel Neuer. Er kommt auf fast 700.000 Fans bei Facebook, Bastian Schweinsteiger auf 730.000.
Nutzer, die plötzlich aus dem Leben scheiden, hinterlassen ein intaktes Profil. Angehörige können das Profil sperren oder in einen "Trauermodus" überführen lassen. Wählen sie die zweite Möglichkeit, wandelt Facebook die Pinnwand des Verstorbenen in ein Kondolenzbuch.
Der Tod der britischen Soulsängerin Amy Winehouse war 2011 das meist diskutierte Thema deutscher Nutzer auf Facebook. Ebenfalls in den Top Ten: Der Ehec-Erreger, die Debatte um das PC-Spiel Modern Warfare und die Doktorarbeit des ehemaligen deutschen Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg.
Nur allzu oft zu sehen: Profilfotos, die bekanntere Menschen oder Figuren etwa aus Comics zeigen als die Nutzer, die sich mit den Abbildungen schmücken. Wer urheberrechtlich geschützte Bilder bei Facebook einstellt oder fremde Bilder als Profilfoto nutzt, der macht sich indes strafbar. Hier ist Vorsicht geboten!
Der Gründer des sozialen Netzwerks ist selbst ein begeisterter Nutzer von Facebook. 13 Millionen Nutzer lassen sich von ihm auf dem Laufenden halten – und erfahren so, dass Mark Zuckerberg Hochchinesisch lernt und neulich Vegetarier wurde. Sogar Zuckerbergs Hund Beast hat eine Seite – und auf Facebook eine halbe Million Fans. (dapd)
(dpa)