20.07.12

SuperMUC

Startschuss für Europas schnellsten Rechner

Am Freitag ist das Gerät in im Leibnitz Rechenzentrum in Garching bei München offiziell in Betrieb genommen worden. Sein System ist von IBM.

Foto: dpa/DPA
Die IMB-Supercomputer-Anlage «SuperMUC» des Leibnitz-Rechenzentrums in München
Die IMB-Supercomputer-Anlage «SuperMUC» des Leibnitz-Rechenzentrums in München

Garching. Der schnellste Rechner Europas SuperMUC ist am Freitag in Garching bei München offiziell in Betrieb genommen worden. SuperMUC ist der viertschnellste Rechner der Welt, teilte die Bayerische Akademie der Wissenschaften am Freitag in München mit. Der Startschuss erfolgte bei einem Festakt anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Leibnitz Rechenzentrums (LRZ) durch Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) und Bayerns Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP).

Der neue Höchstleistungsrechner ist ein System von IBM. Er verfügt über mehr als 155.000 Rechenkerne, die eine Spitzenleistung von etwas mehr als drei Petaflops erbringen. Dies entspricht drei Billiarden Rechenoperationen pro Sekunde oder einer drei mit 15 Nullen. Der Computer hat mehr als 330 Terabyte Hauptspeicher.

Schavan sagte: "Der SuperMUC ist nicht nur besonders schnell und energieeffizient, sondern auch extrem vielseitig einsetzbar. Er ist der dritte deutsche Höchstleistungsrechner, den europäische Anwender aus Wissenschaft und Industrie nun nutzen können."

Die Prozessoren und der Hauptspeicher werden der Akademie zufolge direkt mit bis zu 55 Grad Celsius warmem Wasser gekühlt. Das LRZ und IBM rechnen mit einer Energieeinsparung von bis zu 40 Prozent gegenüber herkömmlichen Systemen. Die Warmwasserkühlung ist im SuperMUC erstmals in großtechnischem Maßstab eingesetzt. Das Kühlsystem erhielt im März den Deutschen Rechenzentrumspreis in der Kategorie "Energie- und Ressourceneffiziente Rechenzentren".

+++ "SuperMUC" ist Europas schnellster Computer +++

+++ Schnellster Rechner Europas wird mit Wasser gekühlt +++

Die Investitions- und Betriebskosten des Höchstleistungsrechners für fünf bis sechs Jahre liegen bei 83 Millionen Euro, die das Land Bayern und der Bund zur Hälfte finanzieren. Dazu kommen Baukosten von rund 50 Millionen Euro für eine bereits im vergangenen Jahr abgeschlossene Gebäudeerweiterung auf dem Forschungscampus in Garching, die Platz für SuperMUC und weitere Systeme geschaffen hatte. Auch diese Kosten teilten sich Freistaat und Bund.

Das LRZ fungiert als Rechenzentrum für die beiden Münchner Universitäten LMU und TUM und bietet auch für die Wissenschaft wichtige Rechenkapazitäten. Forscher aus ganz Europa simulieren am LRZ ihre immer anspruchsvolleren Modelle. Sie wollen unter anderem besser verstehen, was im Inneren der Erde vor sich geht, wie Blut durch die Gefäße oder Luft durch die Lunge fließt oder welche Rolle dunkle Materie im Universum spielt.

So haben den Angaben zufolge etwa die Rechnungen der Geophysiker an der Universität München auf den Höchstleistungsrechnern des LRZ zu einem Modell der Erde geführt, das heute der internationale Standard der Forschung ist. "Solche Spitzenleistungen machen den Wissenschaftsstandort Bayern für den Nachwuchs attraktiv", betonte Heubisch. "Auch High-Tech-Firmen sind auf Computersimulationen und Modellierungsexperten angewiesen. Höchstleistungsrechnen gehört deshalb zu den Technologien, die unser Land auch weiterhin fördern muss, damit wir wettbewerbsfähig bleiben."

Am 7. März 1962 hatte die Bayerische Akademie der Wissenschaften eine "Kommission für elektronisches Rechnen" gegründet, heute "Kommission für Informatik". Sie beschloss, mit Unterstützung des Freistaats das LRZ zu errichten. Dieses gehört heute zu den führenden akademischen Rechenzentren Europas.

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