21.05.12

Zensur im Internet

Pakistanische Regierung hebt Twitter-Sperre wieder auf

Wegen eines Internetaufrufs zum Posten von Bildern des Propheten Mohammed hatte Pakistan am Sonntag den Zugang zu Twitter blockiert.

Foto: AFP
Ein Internetnutzer in Pakistan versucht auf die Webseite von Twitter zuzugreifen, scheitert aber. Die Regierung in Pakistan hatte die Seite blockiert. Mittlerweile wurde sie wieder freigegeben
Ein Internetnutzer in Pakistan versucht auf die Webseite von Twitter zuzugreifen, scheitert aber. Die Regierung in Pakistan hatte die Seite blockiert. Mittlerweile wurde sie wieder freigegeben

Islamabad. Nach nur kurzer Zeit hat die pakistanische Regierung die Sperrung des Kurznachrichtendienstes Twitter wieder aufgehoben. Der Grund für die Anweisung des Informationsministeriums sei ihm nicht bekannt, sagte ein Sprecher der Telekommunikationsbehörde in Islamabad am Montag. Dasselbe Ministerium hatte den Zugang zu Twitter am Sonntag wegen angeblich blasphemischer Inhalte blockieren lassen.

Twitter habe die Inhalte nicht entfernen wollen, die für die Regierung eine Beleidigung des Islams darstellen, sagte der Vorsitzende der pakistanischen Telekommunikationsbehörde, Mohammed Yaseen. Für viele Muslime ist jede Darstellung des Propheten – auch eine positive – Blasphemie.

+++ Hacker veröffentlichen Twitter-Passwörter im Internet +++

Twitter bewarb einen Wettbewerb für Bilder von Mohammed auf Facebook. Der Betreiber des sozialen Netzwerks habe eingewilligt, sich mit den Bedenken Pakistans zu befassen, Twitter habe sich aber geweigert. "Wir haben mit ihnen verhandelt, aber sie haben nicht eingewilligt, dieses Zeug zu entfernen. Deshalb mussten wir es blockieren", sagte Yaseen.

Vor zwei Jahren war in dem streng muslimischen Land aus ähnlichen Gründen vorübergehend der Zugang zum sozialen Netzwerk Facebook blockiert worden. Nach Veröffentlichung von Karikaturen des Propheten Mohammed – die Muslime als blasphemisch empfunden hatten – in Dänemark war es 2005 zu schweren Unruhen mit Toten in Pakistan und im benachbarten Afghanistan gekommen. (dpa/dapd)

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