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"IchFahrApp" für Last-Minute-Mitfahrgelegenheiten

Den Zug verpasst oder vergeblich auf den Bus gewartet: Eine neue App für Smartphones soll Fahrer und Mitfahrer spontan zusammen bringen.

Statt zu trampen lieber doch die "IchFahrApp" benutzen. So kommen Fahrer und Mitfahrer zusammen
Foto: picture alliance / Christian End/picture alliance

Karlsruhe. Die Temperaturen sind dieser Tage nicht besonders kuschelig. Wer dann noch vergeblich und frustriert auf verspätete Züge, Busse und Bahnen wartet, der kann vielleicht schon bald auf eine neue Fortbewegungsmöglichkeit zugreifen. Und zwar auf eine ziemlich bequeme, schnelle und kostengünstige. Mit der „IchFahrApp“, die am Dienstag in Karlsruhe vorgestellt wurde, sind Mitfahrgelegenheiten nicht mehr nur per Internetportal, sondern per Handytaste möglich. Der Fahrer trägt in das Programm eine Fahrtstrecke ein, für die sich Mitfahrer melden können.

Das Angebot gilt auch für Teilstrecken. Die Vermittlung geht dank der GPS-Ortung schnell und spontan. Sogar für Treffpunkte und Fahrtkosten macht die Software Vorschläge. „Unser Vorteil ist, dass man ad-hoc Mitfahrgelegenheiten suchen kann“, sagt Michael Böttger, Geschäftsführer von der Firma raumobil GmbH. Er hat die Anwendungen mit drei anderen Unternehmen im Rahmen des Bundesforschungsprojektes Theseus entwickelt.

Mit dieser Innovation ist das Karlsruher Projekt allerdings nicht alleine. Die Internetplattform mitfahrgelegenheiten.de, die nach eigenen Angaben in Deutschland monatlich knapp eine Million Menschen zu Fahrgemeinschaften vermittelt, bietet ihren Dienst seit knapp einem Jahr auch auf Smartphones an. Zwar buchen Nutzer über die Plattform bisher hauptsächlich Langstrecken, jedoch ist ein neuer Trend zu spüren: „Mit zunehmender Nutzung unserer Apps werden die vermittelten Fahrten immer kurzfristiger“, erzählt Stefan Weber, einer der Gründer und Geschäftsführer von carpooling.com, dem Betreiber des Internetportals.

+++Das Auto mit dem Smartphone vorwärmen+++

+++Android-App gegen Aufschieberitis+++

Die Voraussetzung einer Mitfahrvermittlung ist für Weber eine breite Nutzerbasis, ohne die das Prinzip nicht funktioniere: „Sucht man mehrere Male vergebens nach Fahrten, nutzt man das Angebot nicht mehr.“ Genau dies ist die Gefahr bei der „IchFahrApp“. Im Moment ist das Programm nur für iPhones verfügbar und verfügt in der Testphase erst über rund hundert Teilnehmern.

Ob sich die „IchFahrApp“ durchsetzt, steht auch für Geschäftsführer Böttcher in den Sternen. Aber er sieht den Bedarf: „Besonders für Kurierdienste, die Leerfahrten besser nutzen können, oder bei Großveranstaltungen wie Fußballspielen kann die App eingesetzt werden“.

Auch die Karlsruher Bürgermeisterin Margret Mergen (CDU), die dem Forschungsprojekt am Dienstag bei seiner Vorstellung im eMobilitätszentrum Karlsruhe die „SmarterCity“ Urkunde verlieh, sieht Einsatzbereiche: „Für unseren regionalen Verkehrsverbund könnte das App ein Ergänzungsangebot sein – auch wenn das vielleicht noch in etwas ferner Zukunft liegt.“

(dpa/lsw)

 

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