30.06.13

Zum 100. Geburtstag

Wie Herta Heuwer 1949 die Currywurst erfand

Es war wenig los an jenem Septembertag in Berlin, Herta Heuwer hatte im Imbiss Zeit zum Experimentieren: So schuf sie aus Langeweile die Currywurst. Jetzt wäre Herta Heuwer 100 Jahre alt.

Von Louis Posern
Foto: Google

Das Google Doodle am 15. Juli 2013 zum 407. Geburtstag des Malers Rembrandt van Rijn.

24 Bilder

Wer hat sie erfunden? Auch wenn sich im Falle der Currywurst diese Frage nicht beantworten lässt, schafft Google mit seinem heutigen Doodle Fakten: Die Internsuchmaschine gratuliert der Berlinerin Herta Heuwer mit einer gezeichneten Schale voller Currywurst mit Pommes und grüner Plastikgabel zum 100. Geburtstag.

Für Berliner ist klar, dass Herta Heuwer das Kultgericht der Deutschen erfunden hat. Die Legende geht so: Heuwer soll am 4. September 1949 im Nachkriegsberlin in ihrer Imbissbude am Stuttgarter Platz gesessen haben.

Es war wenig los an jenem Septembertag in Berlin-Charlottenburg, sie hatte Zeit zum Experimentieren. Frisch geschnittene Paprika, Paprikapulver, Tomatenmark und Gewürze mixte sie zusammen. Dann goss sie das ganze über eine gebratene, in Stücke geschnittene Brühwurst. Erfunden war die Currywurst, die heutzutage laut Berliner Currywurstmuseum pro Jahr 800 Millionen Mal in Deutschland verzehrt wird.

Herta Heuwer ließ Currywurstsoße patentieren

Dabei war Heuwer gar keine gelernte Köchin. Die am 30. Juni 1913 in Königsberg geborene Heuer hatte zunächst eine kaufmännische Ausbildung und dann eine Schneider-Lehre absolviert. Erst im Anschluss belegte sie Haushalts- und Kochkurse. Nach dem zweiten Weltkrieg arbeitete sie in der Berliner Küchenhilfe bevor sie dann ihren Imbiss eröffnete.

Heuwer war so clever, sich ihre Currywurstsoße eintragen zu lassen. Sie meldete ihre Soße unter dem Namen "Chillup" beim Münchner Patentamt an.

So schuf sie den stärksten Beweis, dass die Currywurst eine echte Berlinerin ist. Denn den Hamburgern fehlt dieses amtliche Dokument. Sie beanspruchen die Erfindung der Currywurst nämlich auch für sich. Lena Brücker, so erzählt man es in der Hansestadt, soll am Großneumarkt bereits direkt nach dem Krieg die rote Soße erstmals gekocht haben. Der Autor Uwe Timm schreibt ihr in seinem Roman "Die Entdeckung der Currywurst" die Entdeckung zu. Sein "Beweis": Er habe sie selbst dort 1947 gegessen.

Herta Heuwer nahm Rezept mit ins Grab

Doch auch das Ruhrgebiet glaubt fest daran, dass sich die Schöpfungsgeschichte der Currywurst irgendwo zwischen Stollen und Zeche abgespielt haben muss.

Egal, wie viele Versionen der Entstehung es gibt, Google glaubt zumindest heute an die Geschichte aus Berlin. Allerdings kann auch die Suchmaschine nie klären, was Heuwer in ihre Soße genau hineintat. Denn eine wirklich originale Currywurst kann man heute nicht mehr essen. Das Rezept nahm Heuwer 1999 mit ins Grab.

"Ich habe das Patent – und damit basta. Wer etwas anderes behauptet, der hat einen Stich", sagte sie zeitlebens. Niemandem soll sie es verraten haben.

Und auch eine weitere Frage im Reich der Currywurst wird sich nie beantworten lassen: Mit oder ohne Darm? "Ham se keine Zähne?", kommentieren gerne eingefleischte Fans der Wurst mit Darm die Bestellung des Vormanns an der Imbissbude.

Currywurst mit Pommes
Foto: Getty Images/Getty Images Europe Currywurst mit Pommes
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Was ist ein Google Doodle?
  • Bedeutung des Doodle

    Ein Doodle bezeichnet die unregelmäßige Veränderung des Google-Logos auf der Suchmaschinen-Startseite. Bereits seit 1998 verändern die Google-Mitarbeiter das Logo zu bestimmten Anlässen. Dazu zählen Geburtstage von berühmten Persönlichkeiten, Jahrestage oder Wahlen. Mittlerweile erscheinen die Doodles nicht immer weltweit, sondern zum Teil für jedes Land separat. Das Verfahren hat sich Google sogar patentieren lassen.

  • Bekannte Persönlichkeiten

    Neben Jahrestagen bestimmen vor allem berühmte Personen die Gestaltung der Doodles. Im vergangenen Jahr brachte Google unter anderem Nikolaus Kopernikus, Martin Luther King und Mies van der Rohe auf die Startseite.

  • Erscheinungsweise

    Jahr für Jahr steigt die Zahl der Doodles. Waren 1998 gerade mal drei Stück erschienen, gab es im vergangenen Jahr weltweit erstmals mehr als 200. Ein Team von Google-Mitarbeitern trifft sich regelmäßig, um neue Doodles zu gestalten. Aber auch Nutzer können Ideen einsenden.

  • Fan-Shop

    Google hat mittlerweile sogar einen Fan-Shop für die Doodles eingerichtet. Dort sind T-Shirts, Postkarten und Babystrampler mit den beliebtesten Doodles bestellbar. Selbst bedruckte Skateboards lassen sich für zirka 50 Euro online bestellen.

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