28.02.13

"Pixel"

Googles erstes Notebook hat ein sensationelles Display

Mit seinem ersten Notebook "Pixel" will Google den Ultrabooks und MacBooks von Apple oder Samsung Konkurrenz machen. Im April kommt es auf den Markt. Unser Autor hat es getestet und zeigt es im Video.

Von Thomas Jüngling

Äußerlich gibt es nichts zu mäkeln: Googles erstes Notebook, Pixel genannt, sieht im positiven Sinne schlicht aus. Keine Schalter, scharfen Ecken oder aufdringlichen Logos stören die Optik.

Das Material des Gehäuses aus Aluminium ist hochwertig und fühlt sich besser an als die schon erhältlichen Chromebooks von Samsung und Acer – die allerdings auch in einer deutlich niedrigeren Preis-Liga spielen.

Auch das Gewicht von 1,5 Kilogramm macht den Rechner zwar zu keinem Leichtgewicht, lässt ihn aber durchaus als tragbaren Computer durchgehen. Flach ist das Pixel zudem mit seinen 1,6 Zentimetern.

Die wichtigsten Anschlüsse sind vorhanden: zweimal USB, eine Buchse für SD-Speicherkarten sowie ein Anschluss für Kopfhörer oder Mikrofon. Dazu kommt eine Buchse, um einen weiteren Monitor anzuschließen.

Es fehlt jedoch ein HDMI-Ausgang, obwohl doch gerade der für den Anschluss von Fernsehern und manchen Monitoren notwendig wäre. Auch sucht man einen Ethernet-Anschluss für ein Internetkabel vergeblich. Das aber ist angesichts der großen Verbreitung heimischer Funknetzwerke zu verschmerzen.

Innerhalb weniger Sekunden einsatzbereit

Problemlos lässt sich der Deckel mit einer Hand öffnen, die Scharniere bieten nicht zu viel und nicht zu wenig Widerstand. Im Test war das Notebook innerhalb weniger Sekunden einsatzbereit.

Das geht auch deshalb sehr fix, weil das System beim Starten nicht viel zu tun hat: Das meiste, was es braucht, liegt in der Cloud. Erst wenn eine Internetverbindung besteht, kann man mit dem Pixel richtig loslegen.

Die Tasten liegen angenehm weit auseinander, auch der Druckpunkt auf der Tastatur ist ausgewogen. Ganz hervorragend reagiert das Touchpad, das nahe am Körper liegt und somit komfortabel zu erreichen ist. Es setzt Berührungen sehr schnell um, Symbole auf dem Bildschirm lassen sich damit präzise ansteuern.

Das Besondere des Rechners ist jedoch der Bildschirm: Er ist schlicht brillant und braucht sich hinter dem Retina-Display in einigen Apple-Rechnern nicht zu verstecken. Hochauflösende Fotos zeigen selbst bei starkem Zoom keine Unklarheiten, auch Videos sind in voller Schärfe zu sehen.

Durch die beeindruckende Schärfe scheint die Darstellung sogar einen leichten 3-D-Effekt zu bekommen. Auch Texte zeigt das Display bei starkem Zoom ohne ausgerissene Konturen.

Ungewöhnliches Display-Format

Das Display hat ein ungewöhnliches Format. Google hat ihm ein Seitenverhältnis von 3:2 statt des häufigen 16:9-Formats verpasst. Der leicht vertikal ausgerichtete Bildschirm eignet sich sehr gut zur Ansicht von Websites, es muss deutlich weniger gescrollt werden.

Dabei geht das Scrollen leicht von der Hand, schließlich hat Google in seinem Notebook einen Touchscreen eingebaut. Der reagiert nicht immer blitzschnell, ist aber in seiner Reaktion sehr exakt. Wer das Display etwas robuster bearbeitet, bringt das Pixel allerdings zum Kippeln.

Eigentlich eine gute Sache ist der über dem Display eingebaute Sensor, der die Helligkeit der Darstellung regelt. Ziehen im Hintergrund Wolken vorbei und sorgen für schnell wechselnde Licht-und-Schatten-Spiele, läuft der Sensor auf Hochtouren und regelt die Helligkeit permanent nach. Solche schnellen Wechsel überfordern jedoch das Auge.

Ein Terabyte Platz in der Cloud

Im Pixel arbeitet ein vier Gigabyte großer Arbeitsspeicher, der alles schnell erledigt und auch mit zahlreichen Apps gleichzeitig zurechtkommt. Dazu gibt es noch einen Flashspeicher mit 32 Gigabyte (im WiFi-Modell) beziehungsweise mit 64 Gigabyte in der LTE-Version.

Viel Platz ist das nicht, allerdings bietet Google seinen Kunden ein Terabyte Platz in der Google-Cloud für zumindest für drei Jahre an. Wer danach nicht für den Online-Speicherplatz zahlen möchte, wird wohl weiterhin auf seine Inhalte zugreifen, aber keine neuen mehr dort platzieren können.

Mit an Bord sind noch eine gute HD-Kamera sowie zwei Mikrofone – eines vorn über dem Display und eines auf der Rückseite des Gehäuses. Die Anordnung ist sinnvoll: Die Aufnahmen sind selbst bei großem Umgebungslärm erstaunlich klar. Beeindruckend sind zudem die Lautsprecher, die selbst bei hohem Pegel nicht übersteuern.

Insgesamt hat Google mit seinem Pixel ein edles und schnelles Notebook entwickelt, das mit einem großartigen Display überzeugt. Beim Erstellen von Inhalten ist der Touchscreen eher überflüssig, beim Konsum von Medien dagegen lässt er sich sinnvoll einsetzen, ist aber kein Muss.

Gerade zum Websurfen, zur Arbeit mit E-Mails und zur Wiedergabe von Videos ist das Pixel bestens geeignet. Beeindruckend ist die Bedienoberfläche, damit dürften auch Ungeübte mit Chrome OS sofort klarkommen. Das Pixel kann den Schreibtisch-Rechner zu Hause zumindest ergänzen, oder es dient als Reisbegleiter – vorausgesetzt, es besteht eine Verbindung zum Internet. Offline im Flugzeug ist mit dem Pixel nicht viel anzufangen.

Alle Daten auf dem aktuellen Stand

Denn Google hat das Pixel eindeutig für Nutzer entwickelt, die sich in der Cloud aufhalten, vorzugsweise in der Google-Cloud. Viel Platz für wuchtige Software-Pakete ist auf dem Rechner schlicht nicht vorhanden.

Da können die ähnlich teuren und leistungsfähigen Ultrabooks und MacBooks mehr, sie lassen sich auch offline sinnvoll einsetzen. Mit dem Abspielen von im Rechner abgespeicherten Videos hat das Pixel größere Probleme, das Streaming von YouTube dagegen funktioniert bei einer schnellen Netzverbindung reibungslos.

Immerhin bietet Google Quick Office an, das Anwender auch offline nutzen können. Das komplette Arbeiten in der Cloud hat natürlich einen großen Vorteil: Egal, wo man ins Netz geht, alle Daten sind immer auf dem aktuellen Stand.

Mit der engen Cloud-Verzahnung ist aber auch die Verwendung von Web-Apps verbunden. Viele davon brauchen eine permanente Online-Verbindung, und diejenigen, die sich auch offline einsetzen lassen, laufen nicht immer rund oder bieten lediglich eingeschränkte Funktionen. Das können native Apps für iOS- oder Android-Rechner besser.

Befremdlich ist auch der Preis, der doch überraschend hoch ist: Stolze 1300 Dollar müssen Käufer in den USA und Großbritannien, in denen die Pixel-Rechner ab April erhältlich sind, für das WiFi-Modell auf den Tisch legen.

Die Version mit dem schnellen Mobilfunk LTE an Bord gibt es vorerst nur in den USA. Sie kostet noch einmal 200 Dollar mehr. Wann und zu welchem Preis der mobile Computer in Deutschland verkauft wird, ist noch nicht bekannt.

Foto: Microsoft

Microsoft Surface Pro:
Der 10,6 Zoll große Touchscreen bietet eine Auflösung von 1920x1080 Pixeln. Als Strom sparender Prozessor kommt ein Intel Core i5 mit dem integrierten Grafikchip Intel HD Graphics 4000 zum Einsatz. Dazu gibt es vier GB Arbeitsspeicher. Windows 8 Pro ist bereits vorinstalliert. Das Touch Cover, das sowohl als Display-Abdeckung als auch als Tastatur dient, wird weiterhin gesondert verkauft.
Details: Microsoft Surface Pro

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  • DATEN-TURBO LTE

    Der superschnelle neue Datenfunk mit – zumindest theoretischen Geschwindigkeiten von bis zu 100 MB pro Sekunde hat inzwischen den Alltag erreicht. Immer mehr Hersteller haben LTE-taugliche Smartphones und Tablets im Angebot, die Mobilfunk-Anbieter bauen die Netze auch in Deutschland zügig aus. Ein Schlagwort zur Messe in Barcelona ist die Weiterentwicklung LTE-A, die noch mehr Tempo erlauben soll. Und der Halbleiter-Spezialist Qualcomm präsentiert einen neuen Chip, der 40 LTE-Bänder unterstützt. Damit werden endlich Geräte möglich, die in nahezu allen Netzen in verschiedenen Ländern laufen können.

  • MOBILES BEZAHLEN

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  • NEUE BETRIEBSSYSTEME

    Während seit Jahren aktuelle Spitzenreiter wie das Google-Betriebssystem Android und Samsung als größter Smartphone- und Handy-Hersteller im Mittelpunkt stehen, macht sich hinter den Kulissen neue Konkurrenz bereit. Der Boom in Asien hat den chinesischen Anbieter Huawei auf den dritten Platz im Smartphone-Markt gebracht. Die Macher des Internet-Browsers Firefox wollen mit einem gleichnamigen Betriebssystem in den Markt, das aus dem Netz heraus läuft. Und ein Exot ist das russische YotaPhone, das auf der Rückseite ein zusätzliches E-Paper-Display hat.

  • KOMMUNIKATION UNTER GERÄTEN

    Die Idee ist nicht neu, doch erst mit der Verbreitung schneller Mobilfunk-Leitungen und von Sensoren in Alltagstechnik kommt die sogenannte Machine-to-Machine-Communication (M2M) richtig in Schwung. Als Paradebeispiel gelten Verbindungen zwischen vernetzten Autos, die sich automatisch zum Beispiel über Glatteis, Unfälle oder Staus austauschen sollen. dpa

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