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Rente

Foto: Hendrik Jonas

Nur wer lückenlos seine Ausbildungs- und Berufsjahre belegen kann, bekommt bei der Rente die vollen Bezüge. Experten raten darum jedem zu einer frühzeitigen Kontenklärung.

Endlich in Rente gehen! In den Ruhestand oder auch "Unruhestand", wie viele ältere Semester die Zeit nach dem Job gern nennen. Die meisten Bundesbürger sehnen die Rente herbei: 53 Prozent möchten am liebsten schon mit 63 Jahren ihr Arbeitsleben hinter sich lassen – wofür sie finanzielle Abschläge bei der Rente in Kauf nehmen würden. Das ergab jüngst eine Umfrage von Infratest Dimap im Auftrag der Welt am Sonntag.

Die sogenannte Regelaltersrente beginnt für diejenigen, die im Jahr 2014 an der Reihe sind (das ist der Jahrgang 1949), liegt bei 65 Jahren und drei Monaten. Die Jahrgänge ab 1964 werden regulär erst mit 67 Jahren in Rente gehen können. Frühere Ausstiege sind möglich, aber meist mit Renteneinbußen verbunden. "Wer in Rente gehen will, bevor er das geltende Regelrentenalter erreicht hat, zahlt weniger Beiträge und hat in der Regel für jeden fehlenden Monat einen Abschlag von 0,3 Prozent", erklärt Knut Jänicke, Berater der Deutschen Rentenversicherung Nord in Hamburg. Frauen, Arbeitslose (jeweils bis Jahrgang 1951) und Schwerbehinderte können unter Umständen früher abschlagsfrei in die Rente starten. Letztgenannte zum Beispiel dürfen mit 63 Jahren ohne Abzüge aussteigen – wenn sie mindestens 35 Jahre lang Rentenbeiträge gezahlt haben. Ab Jahrgang 1952 wird die Altersgrenze auch für diesen Personenkreis schrittweise auf 65 Jahre angehoben.

Komplizierte Berechnung der Rentenhöhe

Doch was heißt das eigentlich, "volle Rente"? "Die Höhe ist immer individuell", sagt Knut Jänicke. "Und die Berechnung kompliziert." Kleiner Eindruck gefällig? Monatliche Rentenhöhe = (Entgeltpunkte x Zugangsfaktor) x aktueller Rentenwert x Rentenartfaktor. Vereinfacht gesagt: Die Rente errechnet sich aus der Anzahl und der Höhe der Beiträge sowie sonstigen relevanten Zeiten während des Erwerbslebens, etwa Berufs- und Ausbildungsjahren.

Die Entgeltpunkte zum Beispiel kommen so zustande: Wer im Jahr genau so viel verdient, wie der bundesdeutsche Durchschnittsmensch, der 2013 runde 34.000 Euro erhalten hat, bekommt dafür einen solchen Punkt gut geschrieben. Ein Entgeltpunkt wiederum bringt zurzeit eine Monatsrente von 28,14 Euro (West) oder 25,74 Euro (Ost).

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