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Minijob

Foto: Hendrik Jonas

Mit einem Minijob darf man maximal 450 Euro pro Monat verdienen. Der Vorteil: Den Betrag erhält man weitgehend ohne Abzüge. Der Nachteil: Wer nicht in die Renten- und Arbeitslosenversicherungen einzahlt, erhält auch nichts, falls er arbeitslos wird oder ins Rentenalter kommt.

Rund sieben Millionen Minijobber gibt es in Deutschland. Sie arbeiten vor allem im gewerblichen Bereich – in Handel, Gastronomie und Fahrzeugreparatur – sowie in Privathaushalten und verdienen maximal 450 Euro monatlich. Minjobber sind Studenten, Rentner, Mütter und generell Leute, die einen kleinen Nebenjob ausüben wollen oder müssen. Die meisten der sogenannten geringfügig Beschäftigten sind Frauen: 61 Prozent, heißt es aus der Minijob-Zentrale. Sie ist die Meldestelle für Minijobber und zieht die einheitlichen Pauschalabgaben von den Arbeitgebern ein.

Genau das ist das Besondere an den Minijobs: Nur die Arbeitgeber versteuern, was sie den Arbeitnehmern zahlen, und führen Beiträge an die Sozialversicherung ab. "Die Beschäftigten aber bekommen netto für brutto", erklärt der Hamburger Steuerberater und Wirtschaftsprüfer Michael Fischer. "Wer einen Stundenlohn von zehn Euro vereinbart hat, erhält auch diesen Betrag."

Mit einer kleinen Einschränkung, wie Fischer betont. Seit Januar 2013 sind auch die Minijobber verpflichtet, in die Rentenversicherung einzuzahlen. Die Höhe ihres Beitrags ist allerdings überschaubar: Beim Maximalverdienst von 450 Euro fließen vom Verdienst des Arbeitnehmers 17,55 Euro monatlich in die Rentenkasse.

"Und auch davon kann man sich befreien lassen", ergänzt die Hamburger Fachanwältin für Arbeitsrecht Ina Marie Koplin. Mit einem schriftlichen Antrag beim Arbeitgeber: "Den leitet das Unternehmen dann an die Minijob-Zentrale weiter. Sie entscheidet." Steuerberater Michael Fischer rät jedoch nachdrücklich davon ab, von dieser Befreiung Gebrauch zu machen. Denn was auf den ersten Blick für den Arbeitnehmer ausschließlich wie ein Vorteil wirkt – keine Abzüge! –, kann auf den zweiten Blick zum Bumerang werden.

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