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Hilfe im Haushalt

Foto: Hendrik Jonas

Nicht jeder ältere Mensch, der alleinstehend und auf ein wenig Hilfe angewiesen ist, möchte in ein Altersheim oder eine andere Einrichtung ziehen. Tatsächlich gibt es die Möglichkeit, in den eigenen vier Wänden zu bleiben, auch wenn man nicht mehr alle Aufgaben des täglichen Lebens allein bewältigen kann. Hier ein paar Anlaufstellen – auch wenn man "nur" ein wenig Gesellschaft möchte.

Allgemeine Informationen

Die Seniorenberatungsstellen der Bezirksämter haben sich zur Aufgabe gemacht, Menschen ab 60 das Leben in der gewohnten Umgebung zu erleichtern. Unabhängig von Einkommen und Vermögen beraten sie zum Beispiel "bei allen Fragen der Inanspruchnahme und Finanzierung von häuslicher Pflege und Hilfen im Haushalt" oder "bei der Vermittlung und Kostenklärung ambulanter Dienste (Pflegedienste, Mahlzeitendienste sowie andere Alltagsassistenzen)".

Pflegedienste

Auch klassische Pflegedienste stehen jenen zur Verfügung, die keine Pflegestufe haben. "Waschen, Anziehen, Haushalt, Einkauf – wir stehen jedem zur Verfügung, der Hilfe benötigt", sagt so auch Sandra Gutowski vom Pflegedient der Johanniter (www.johanniter.de). Dabei sei man ganz flexibel, eine feste Mindeststundenzahl pro Woche gebe es nicht. "Manche Menschen benötigen eine Duschhilfe ein- bis zweimal pro Woche, andere eine Grundreinigung der Wohnung alle 14 Tage." Eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung sei nicht möglich, dafür jedoch bis zu fünf Einsätze pro Tag bei einer Person. Trotz klarer Zeitvorgaben, versuche man, sehr individuell zu pflegen. So unterschiedlich die Bedürfnisse sind, so verschieden sind auch die Profile der Mitarbeiter. Haushaltshilfen finden sich genauso wie Alten- oder Familienpfleger. "Der Bedarf nimmt definitiv zu, da viele erst ins Pflegeheim wollen, wenn es gar nicht mehr anders geht", sagt Sandra Gutowski. Sie macht auch jenen Mut, die die finanzielle Belastung fürchten: Es finde sich meist eine individuelle Lösung. "Es macht auf jeden Fall Sinn, sich beraten zu lassen", sagt die Pflegedienstleiterin unter Verweis auf die im Sozialgesetzbuch geregelte "Altenhilfe" (§ 71 SGB XII). Darunter versteht man eine bestimmte Form der Unterstützung durch das Sozialamt. Empfehlenswert ist also der Gang zum Bezirksamt, genauer, zu den Sozialen Dienstleistungszentren.

Notmütterdienst e.V.

Benötigt ein älterer Mensch Hilfe, muss er sich zunächst einmal darüber klar werden, bei welchen Dingen er Unterstützung benötigt. Geht es vielleicht bloß darum, den Rasen zu mähen oder zu putzen? Oder ist zum Beispiel Hilfe beim Anziehen nötig? Eine weitere Anlaufstelle wäre zum Beispiel der "Notmütterdienst e.V." (www.hamburg.nmd-ev.de), der seine Aufgabe traditionell zwar vor allem in der Unterstützung von Familien sieht, sich aber auch in Hamburg zunehmend um Senioren kümmert. "Wir sind kein Pflegedienst und übernehmen deshalb auch nicht die medizinische Behandlungspflege", stellt Frauke Zimmermann, Leiterin Einsatzmanagement der Familien- und Seniorenhilfe , zunächst einmal klar. Trotzdem würden ihre Mitarbeiter nicht nur beim Einkauf oder dem Zubereiten von Mahlzeiten helfen, sondern eben auch beim Toilettengang oder beim Anziehen. "Unsere Kunden geben ihren individuellen Bedarf durch, manchmal geht es auch nur darum, Gesellschaft zu haben", erzählt sie.

140 Betreuer mit ganz unterschiedlicher Vorbildung (z.B. Krankenschwester oder Pflegehelfer) sind beim Notmütterdienst e.V. gelistet, teilweise arbeiten diese auch Hand in Hand mit einem Pflegedienst, der vielleicht zweimal am Tag vorbeischaut. "Wir achten darauf, dass derselbe Betreuer eingesetzt wird, damit sich der Betreute nicht ständig an neue Gesichter gewöhnen muss." Abgerechnet wird in der Regel mit den Privatpersonen, je nach Leistung und Intensität liegt der Stundensatz zwischen 15 und 17,50 Euro. Etwa 12 Stunden pro Woche sollten mindestens in Anspruch genommen werden. Ab 8 Stunden Betreuung pro Tag werden Pauschalen angesetzt, so etwa bei der 24-Stunden-Betreuung 130 Euro pro Tag. "Natürlich kann man auch klären, ob die Leistung etwa im Rahmen der Verhinderungspflege übernommen werden kann", sagt Frauke Zimmermann. Diese Leistung der Pflegeversicherung kann in Anspruch nehmen, wer einen Angehörigen mindestens sechs Monate in seiner häuslichen Umgebung gepflegt hat (Informationen dazu vom Bundesgesundheitsministerium unter: www.bmg.bund.de).

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