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Wohnen im Alter

Foto: Hendrik Jonas

Es gibt vielerlei Gründe, sich mit zunehmendem Alter dafür zu entscheiden, die eigenen vier Wände zu verlassen und nach einer neuen Wohnform zu suchen. Immer mehr Menschen haben jedoch auch im Alter den Wunsch nach mehr Anschluss und Aktivität. Wo in Hamburg man dies alles finden kann, erfahren Sie hier.

Wann und wo informiere ich mich?

Selbstverständlich möchten die meisten Menschen zunächst einmal in ihrem eigenen Haus, der eigenen Wohnung bleiben, auch wenn sie vielleicht allein oder auch körperlich eingeschränkt sein mögen. "Alter ist ja keine Krankheit, es ist ein ganz natürlicher Vorgang", sagt auch Klaus Kollien vom Landes-Seniorenbeirat Hamburg. Er betont in diesem Zusammenhang auch den wichtigen Beitrag von Vereinen, Nachbarschaftshilfen und Generationsgemeinschaften, die Unterstützung etwa beim Putzen oder Einkaufen sowie Gesellschaft leisten können – eben damit das vertraute Umfeld so lange wie möglich erhalten bleibt. Trotzdem weist Klaus Kollien auch darauf hin, wie wichtig es ist, rechtzeitig an diesen Lebensabschnitt zu denken. "Es sollte Bestandteil der Lebensplanung sein. Spätestens zum Ende des Berufslebens sollte man sich Gedanken machen, wie und wo man im Alter Leben möchte." Pflegeeinrichtungen stünden allerdings am Ende der Überlegungen, solange der Pflegefall noch nicht eingetreten sei. "Servicewohnen, Wohngemeinschaften, Generationenhäuser – es gibt eine Menge Wohnformen, die in Frage kommen." Wichtige Anlaufpunkte sind die Seniorenberatungsstellen der Bezirke, die unter anderem auch bei der Suche nach altersgerechten Wohnformen helfen. Hilfe im Internet bei der Suche nach Wohnangeboten und Pflegeeinrichtungen bietet etwa die Seite www.deutsches-seniorenportal.de oder auch das Portal www.wohnen-im-alter.de .

Servicewohnen

Unter Servicewohnen versteht man die Kombination von gemietetem Wohnraum mit verschiedenen Serviceleistungen. Da sich diese Wohnform an selbstständige Senioren richtet, ist es wichtig, im Vorfeld zu klären, welche Hilfeleistungen im Bedarfsfall gegeben werden können. Auch ist es ganz unterschiedlich, welche Pflegeleistungen angeboten werden. Es ist wichtig, sich vor Ort über die Anlage, das Angebot und die anfallenden Kosten zu informieren. Bitte unbedingt bedenken: Es kann Wartezeiten in den Wohnanlagen geben. Die Stadt hat einen Ratgeber zum Thema "Servicewohnen in Hamburg" herausgegeben, der nicht nur eine Adressliste beinhaltet, sondern auch über anfallende Kosten und Möglichkeiten, ggf. einen Zuschuss zu bekommen, informiert.

Kosten für Wohnen mit Service

Wer sich für das sogenannte Servicewohnen entscheidet, dem geht es zunächst um Selbstständigkeit und einen gewissen Wohnkomfort. Ein Teil der angebotenen Serviceleistungen wird als Grund- bzw. Standardleistungen bezeichnet, welche allen Bewohnern offen stehen. Diese werden unabhängig von der tatsächlichen Nutzung in einem gesonderten Betreuungsvertrag (neben dem Mietvertrag) in Rechnung gestellt. Sogenannte Wahlleistungen müssen nur bezahlt werden, wenn sie auch in Anspruch genommen werden (z.B. Teilnahme an Mahlzeiten, Wohnungsreinigung, Ausflüge). Welche Voraussetzungen beim Servicewohnen erfüllt sein müssen, regelt das sogenannte "Hamburgische Wohn- und Betreuungsqualitätsgesetz" (HmbWBG).

Viele Wohnungen des Servicewohnens sind öffentlich gefördert, weshalb ein Wohnberechtigungsschein (§5-Schein) verlangt wird. Man erhält diesen auf Antrag beim Sozialen Dienstleistungszentrum (SDZ) bzw. Fachamt Grundsicherung und Soziales des Bezirksamtes, wenn das eigene Einkommen eine bestimmte Grenze nicht überschreitet. Wenn das Einkommen zu gering ist, kann ggf. Wohngeld als Zuschuss zur Miete beantragt werden. Das Fachamt Grundsicherung und Soziales kann überdies darüber informieren, in welchen Fällen weitere Zuschüsse (z.B. Umzugskosten) gewährleistet werden. Wer auf Sozialleistungen angewiesen ist, sollte sich auch über die Übernahme von Betreuungszuschlägen informieren.

Zum Servicewohnen werden übrigens auch Seniorenresidenzen für den gehobenen Bedarf gezählt, die Wohnen mit integrierter Pflege anbieten. Diese werden aber aufgrund anderer Finanzierungsstrukturen nicht als Servicewohnanlagen gemäß §§ 6-8 HmbWBG angesehen.

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