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Scheidung

Foto: Hendrik Jonas

Jede dritte Ehe in Deutschland geht in die Brüche. Im Jahr 2012 wurden bundesweit 179.100 Ehen geschieden – wenn auch immerhin 4,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Doch was ist zu tun, wenn eine Ehe zu scheitern droht oder schon längst gescheitert ist?

Wie wird "Trennung" rechtlich definiert?

Worum es sich bei einer "Bürgerlichen Ehe" formal handelt, wird im Bürgerlichen Gesetzbuch geklärt (§§ 1303 ff.). Logischerweise wird auch dort geklärt, unter welchen Voraussetzungen eine solche Ehe aufgelöst werden kann (§§ 1564 ff.). Eine Ehe kann demnach geschieden werden, wenn sie gescheitert ist. Die Hauptvoraussetzung für das Scheitern und für die Einleitung des Scheidungsverfahrens ist die Trennung, bzw. das Trennungsjahr. Denn ohne Trennungsjahr gilt: "Leben die Ehegatten noch nicht ein Jahr getrennt, so kann die Ehe nur geschieden werden, wenn die Fortsetzung der Ehe für den Antragsteller aus Gründen, die in der Person des anderen Ehegatten liegen, eine unzumutbare Härte darstellen würde" (§ 1568). Dabei geht es etwa um Gewalt in der Ehe oder Alkoholmissbrauch. Die Trennung ist also fast immer Voraussetzung für eine Scheidung. Was bedeutet also "Trennung"?

§ 1567 BGB:

"Die Ehegatten leben getrennt, wenn zwischen ihnen keine häusliche Gemeinschaft besteht und ein Ehegatte sie erkennbar nicht herstellen will, weil er die eheliche Lebensgemeinschaft ablehnt. Die häusliche Gemeinschaft besteht auch dann nicht mehr, wenn die Ehegatten innerhalb der ehelichen Wohnung getrennt leben."

Bei einer Trennung können die Ehepartner also nach wie vor unter einem Dach leben, wichtig ist es, dass keinerlei Gemeinsamkeiten mehr bestehen (getrennte Kassen, getrennte Zimmer, getrennte Haushaltsführung, getrennte Freizeitgestaltung). Zweite Voraussetzung ist, dass jedenfalls einer von beiden Ehepartnern kein Eheleben mehr führen will und das dem anderen auch deutlich macht. Manche Eheleute leben auch ohne Trennungs- oder Scheidungswillen nebeneinander her oder weit voneinander entfernt. Dann ist das keine "Trennung" im Rechtssinn.

Eine Trennung muss nicht bei Anwalt oder Gericht gemeldet werden, es genügt die praktische Durchführung. Wie eine solche Trennungsphase umzusetzen ist und ob diese tatsächlich mit dem Auszug einer Partei verbunden ist, hängt natürlich stark vom Einzelfall ab, vor allem dann, wenn auch Kinder betroffen sind.

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