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Wohnungssuche

Foto: Hendrik Jonas

Hamburg ist eine Mieterstadt. 80 Prozent der Wohnungen sind Mietwohnungen, die sich im Besitz des kommunalen Wohnungsunternehmen SAGA GWG, von Wohnungsbaugenossenschaften und Wohnungsgesellschaften oder private Vermietern befinden. Doch gute und erschwingliche Wohnungen sind rar - wie komme ich am besten an meine Wunschwohnung?

Will man sich einen Überblick über freie Wohnungen verschaffen, empfliehlt sich ein Blick auf die Wohnungsmarktinserate im Hamburger Abendblatt (mittwochs und sonnabends) oder ins Internet (www.immonet.de, www.immoscout.de) Die Angebote der SAGA GWG findet man unter www.saga-gwg.de und die der Baugenossenschaften unter www.wohnungsbaugenossenschaften-hh.de. In den Gelben Seiten findet man die Adressen von Wohnungsunternehmen, Hausverwaltern und Maklern. Nur Makler dürfen für ihre Dienste eine Gebühr (Courtage) verlangen.

Der Mieterverein zu Hamburg rät davon ab, sich bei einem Unternehmen gegen Gebühr einzuschreiben in der Hoffnung, Adressenlisten mit freien Wohnungen zu erhalten. Die Hoffnung, dadurch brauchbare Wohnungsangebote zu erhalten, werde meist enttäuscht, und das Geld sei dann verloren.

Das kommunale Wohnungsunternehmen SAGA GWG

In allen Stadtteilen vertreten ist die kommunale Wohnungsgesellschaft SAGA GWG. Das Wohnungsangebot reicht vom gründerzeitlichen Etagenhaus bis zum Neubau im Passivhausstandard.

Interessenten für eine Wohnung der SAGA GWG stehen drei Wege offen:

1. Über die Hotline 42 666 666 kann man an sieben Tagen in der Woche von 9 bis 19 Uhr angeben, was für eine Wohnung man sucht und wo man wohnen möchte.

2. Man kann eine der 18 Geschäftsstellen aufsuchen oder sie anrufen.

3. Man kann seinen Wohnungswunsch im Internet über www.saga-gwg.de vormerken lassen.

Alle drei Wege sind gleichberechtigt, betont Christiane Mattfeld, Leiterin von HWC (Hamburger Wohn Consult), ein Tochterunternehmen von SAGA GWG, das für den Vertrieb der Wohnungen verantwortlich ist. Aktuell ist die Nachfrage nach SAGA GWG Wohnungen sehr groß. 40 000 Interessenten sind in der Kundendatei als Suchende registriert. In der Regel wird man für sechs Monate vorgemerkt, dann muss man die Registrierung, sollte man zwischenzeitlich nicht woanders eine Wohnung gefunden haben, verlängern.

Christiane Mattfeld rät Wohnungssuchenden, flexibel zu sein. "Wer nur in Ottensen oder im Schanzenviertel wohnen will, wird möglicherweise sehr lange warten müssen", gibt sie zu bedenken. "Sehr viele Kunden machen sich da Illusionen." Die Fluktuation beträgt bei der SAGA GWG derzeit acht Prozent, in angesagten Stadtvierteln sechs Prozent und weniger.

Wer kommt als Mieter in Frage?

Wird eine Bestandswohnung frei, sucht der Sachbearbeiter der zuständigen Geschäftsstelle die für diese Wohnung in Frage kommenden Kunden heraus und trifft eine Auswahl von rund 20 Kunden. Sie werden angeschrieben und zu einer Wohnungsbesichtigung eingeladen. Wohnen die Vormieter noch in der Wohnung, finden Einzelbesichtigungen statt, bei leeren Wohnungen können es auch Sammelbesichtigungen sein. "Wir vermieten nur an Kunden, die die Wohnung auch besichtigt haben", betont Mattfeld. Hat sich ein Interessant von außerhalb in die Kundendatei aufnehmen lassen, muss er zu dem Besichtigungstermin erscheinen. Letztlich entscheidet der Sachbearbeiter, an wen die Wohnung vermietet wird. "Er wird beispielsweise keine Drei-Zimmer-Wohnung an einen Single vermieten", sagt Christiane Mattfeld. Das verbiete sich angesichts des angespannten Hamburger Wohnungsmarktes. Es gehört zu den Aufgaben des zuständigen Sachbearbeiters, sicherzustellen, dass der "soziale Mix" in der Wohnanlage stimmt.

Viele Wohnungen der SAGA GWG, auch Neubauwohnungen, sind öffentlich gefördert und dürfen nur an Interessenten vermietet werden, die über einen Paragraph-5-Schein verfügen. Den erhält man beim zuständigen Bezirksamt. Wer über einen Dringlichkeitsschein verfügt, wird bevorzugt mit Wohnraum versorgt.

"Viele Kunden lesen in der Zeitung über ein Neubauvorhaben der SAGA GWG und rufen sofort bei uns an", sagt Christiane Mattfeld. Auch sie werden mit ihrem Wunsch in die Kundendatei aufgenommen, müssen sich aber darauf einstellen, dass sie viele Mitbewerber haben. Die meisten Neubauvorhaben der SAGA GWG sind öffentlich gefördert, so dass ein Paragraph-5-Schein erforderlich ist. Doch gilt das nur "im Prinzip". Der Belegungsvertrag, den die SAGA GWG mit der Freien und Hansestadt Hamburg abgeschlossen hat, erlaubt es der SAGA GWG, einen kleineren Teil der Wohnungen an Kunden zu vermieten, die 60 Prozent über der für einen Paragraph-5-Schein festgelegten Einkommensgrenze liegen, um eine gemischte Mieterstruktur zu bekommen.

Für Studenten hält die SAGA GWG in den Stadtteilen Veddel, Wilhelmsburg und Mümmelmannsberg Wohnungen für "studentisches Wohnen" vor. Sie sind gefördert, können allerdings auch nach dem Ende des Studiums weiter von den Ex-Studierenden bewohnt werden. Dann ist allerdings die normale, nicht geförderte Miete fällig.

Weitere Informationen unter www.saga-gwg.de.

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